Behindertenanwalt: Vetternwirtschaft im Sozialministerium wird fortgesetzt

Hundstorfer traf im Sinne der Parteipolitik falsche Entscheidung

Rudolf Hundstorfer
Sozialministerium

„Mit der Bestellung von Erwin Buchinger setzt sein Parteifreund Hundstorfer die unappetitliche Tradition der Vetternwirtschaft bei der Bestellung der Behindertenanwaltschaft im Sozialministerium fort“, protestiert das Behindertenberatungszentrum BIZEPS gegen die heute bekannt gewordenen Entscheidung.

Bereits bei der Bestellung von Herbert Haupt gab es heftige Kritik an der Vorgangsweise der damaligen Sozialministerin. Dachten damals einige, unter einem „roten“ Sozialminister würde es so etwas nicht geben, so wurden sie jetzt eines Besseren belehrt. Auch Sozialminister Hundstorfer gab bei der Bestellung einem Parteifreund den Vorrang und setzte sich damit über die Qualifikationen der übrigen BewerberInnen kaltschnäuzig hinweg.

„Dem Sozialminister ist die Versorgung eines Parteifreundes wichtiger als die Bestellung eines qualifizierten direkt Betroffenen als Behindertenanwalt“, sagt BIZEPS und weist darauf hin, dass es genügend kompetente behinderte Bewerberinnen und Bewerber gegeben habe.

Statt die Behindertenanwaltschaft endlich zu reformieren, wie es im Regierungsübereinkommen schon zwei Mal (!) festgeschrieben wurde, setzt der Sozialminister mit der heute bekannt gewordenen Bestellung die Entwertung dieser entbehrlichen Stelle fort.

Die behinderten Menschen betrachten das Vorgehen des Sozialministers als einen Affront und als einen Ausdruck des Desinteresses für ihre Anliegen.

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0 Kommentare

  • Lasst ihn mal machen — ich wette innerhalb von drei Monaten schmeisst er wieder alles hin. Ein Zwinderling wie der im Buche steht.

  • Oh Oh Oh duuuuuu fröööööhlicheeeee. da macht ein Herr Buchinger Karriere, Landesrat in Sbg, Minister, irgenwas im AMS, und nun das. Alles nicht grad familienfreundliche Jobs.
    und klopft sich selbst auf seine eigenen Schultern, er kennt sich mit Behinderte aus, weil er selber ein behindertes Kind hat, das qualifiziere in eindeutig fuer sein neues Amt.
    Und wer hat wohl die Hauptaufgabe Kinder/Pflegebetreuung gemacht?
    die unten angeführten Links erübrigen jedes weitere Kommentar…..

    http://www.oe24.at/zeitung/leute/article139001.ece

    http://www.oe24.at/zeitung/leute/article145989.ece

    http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F268762.html

  • Es heißt im Bundesbehindertengesetz §13d: „Bei gleicher sonstiger Eignung ist einem Menschen mit Behinderung bei der Bestellung der Vorzug zu geben.“ Und nicht „… einem Menschen mit einem Verwandten mit Behinderung“. Da hätte ja mein Mann Behindertenanwalt werden können, und mit einer Frau im Rollstuhl hätte er gleichzeitig noch die Frauenquote erfüllt…

  • @Martin Wolkerstorfer!
    Da muss ich Ihnen leider entschieden widersprechen: Interessant, ich habe exakt hierzu kürzlich im Standardforum Stellung bezogen, wonach die Tatsache, dass jemand ein schwerst behindertes Kind hat, noch lange kein Nachweis für die Befähigung zu einer solchen Tätigkeit darstellt. So einfach können und dürfen wir es uns und niemandem machen, das Hervorstreichen dieses Aspektes als Rechtfertigung bedeutet meiner Meinung eine weitere Diskriminierung behinderter und beeinträchtigter Menschen, zumal auch hier im Forum bereitsnachweisliche Halbherzige Verhaltensweisen Buchingers aus seiner Vergangenheit als Sozialminister glaubhaft angesprochen wurden.

    Er kann und soll es jetzt beweisen, wie ernst es ihm mit seinen gesteckten Zielen in Wahrheit ist; vier Jahre sind eine lange Zeit und es wird mit Sicherheit genug Möglichkeiten hierzu geben, das Angedachte auch in die Tat umsetzen zu können.

  • @Lukas: Ich gebe Dir vollkommen recht. Buchinger hat schon damals von Behindertengleichstellung keine Ahnung gehabt. Und in seine nicht mal 2 Jahre dauernde Zeit als (Ankündigungs)Sozialminister hat er auch im Gleichstellungsbereich nichts weitergebracht. Er hat sogar dafür gesorgt, dass die Evaluierung des Gleichstellungsgesetzes verzögert und dann verschoben wurde; so schauts aus.

  • Dass Buchinger der nächste Behindertenanwalt wird, war von vorne herein klar. Allerdings kann nicht behauptet werden, dass er topqualifiziert ist, weil er Vater eines behinderten Kindes ist. Ich bin mit meiner blinden Großmutter aufgewachsen. Aber qualifiziert mich das, Präsidentin des österreichischen Blindenverbandes zu sein?

  • Also, dieser Artikel strotzt vor Uninformiertheit. Buchinger hat einen schwerst behinderten Sohn, wenn das nicht qualifiziert, dann weiß ich nicht, was noch. Buchinger hat in seiner Zeit als Soziallandesrat und Sozialminister viel getan, auch und gerade für Behinderte. Wäre ihnen ein Neo-Nazi lieber? Das Einzige, was mir leid tut ist, dass Buchinger nicht Minister ist.

  • Das zeigt wieder, daß unsere politische Klasse nichts wert ist. Und genau deshalb gehen keine guten Personen in die Politik, die die sich dazu hergeben, sind am normalen Arbeitsmarkt nicht brauchbar.

  • Es war zu erwarten – Wenn Buchinger Rollstuhlfahrer gewesen wäre, wäre er vermutlich NICHT bestellt worden, da barrierefreie Lokalitäten (z.B. Sprechtage in den Bundesländern vom Gleichstellungsanwalt) schwerer zu organisieren gewesen wären. Der einfachste Weg wurde von Hundstorfer gewählt – natürlich spielt auch das Parteibuch eine wichtige (entscheidende) Rolle.

  • Ich bin skeptisch, ob Herr Buchinger – zwar ist erein betroffener Vater eines behinderten Kindes – überhaupt fachlich geeignet ist. Denn es ist bekannt, dass er als Vertreter Österreichs das UN-Übereinkommen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen in New York unterzeichnet hatte. Er hatte daraufhin gesagt, dass Österreich bereits alle Aufgaben erfüllt hätte und daher die Konvention nicht umzusetzen brauche. Soviel zu seiner Kompetenz damals.
    Hr. Buchinger war beim letzten Nationalen Informationstag der ÖAR nicht anwesend und hat sich somit kein Bild davon machen können. Ich hoffe, dass er heute nicht bei seiner alten Meinung bleibt.