Behindertenrat zum 3. Dezember: Hohe Gewaltbetroffenheit von Menschen mit Behinderungen erfordert dringend wirksame Maßnahmen

Menschen mit Behinderungen erleben häufiger Gewalt. Der Behindertenrat fordert barrierefreie Opferschutzeinrichtungen, Prävention und Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Österreichischer Behindertenrat
Österreichischer Behindertenrat

Am 3. Dezember wird der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen begangen. Der Tag fällt in den Zeitraum der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“. Der Österreichische Behindertenrat nimmt dies zum Anlass, auf die hohe Gewaltbetroffenheit von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen.

Präsident Klaus Widl weist darauf hin, dass besonders häufig Menschen betroffen sind, die in Einrichtungen leben. Studien zeigen, dass Gewalt für viele Menschen mit Behinderungen zum Alltag gehört und dass sie deutlich häufiger Gewalt erleben als Menschen ohne Behinderungen.

Frauen und Mädchen mit Behinderungen, insbesondere solche mit psychosozialen Behinderungen oder Lernschwierigkeiten, erfahren zudem deutlich häufiger sexuelle Gewalt als Frauen ohne Behinderungen.

Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen: Österreich muss handeln

Der Österreichische Behindertenrat betont, dass viele Betroffene Gewalt nicht erkennen oder benennen können, weil es an zugänglicher sexueller Bildung mangelt. Daher braucht es flächendeckende, leicht verständliche und barrierefreie Informationen zu sexueller Selbstbestimmung, zu Formen von Gewalt und zu verfügbaren Unterstützungsangeboten.

Gleichzeitig müssen Opferschutzeinrichtungen und Beratungsstellen umfassend barrierefrei gestaltet sein und auch im ländlichen Raum zur Verfügung stehen. Zudem ist es erforderlich, Daten zu Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen systematisch zu erfassen, um wirksame Maßnahmen ableiten zu können.

Klaus Widl erklärt:

Menschen mit Behinderungen werden in Österreich noch immer nicht ausreichend vor Gewalt geschützt.

Der Österreichische Behindertenrat fordert daher:

  • ausreichend umfassend barrierefreie Opferschutzeinrichtungen und Beratungsangebote,
  • wirksame Präventionsarbeit und die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention dürfen nicht länger aufgeschoben werden
  • Schutz und Sicherheit sind Grundrechte für alle.

In einem aktuellen Video sprechen Klaus Widl, Manuela Lanzinger, Helene Jarmer und Marlene Krubner anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen über Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen. 

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