Behindertenrechtskonvention in guten Händen

Die Behindertenrechtskonvention sei bei ihm in guten Händen, versprach Bundespräsident Christian Wulff gestern an der „Tafel der Demokratie“ vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Brandenburger Tor in Berlin
BIZEPS

Andrea Schatz vom Vorstand des Netzwerks behinderter Frauen Berlin e. V. hatte dem Staatsoberhaupt hier die Schattenübersetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vom Netzwerk Artikel 3, die Ergebnisse der Kampagne „alle inklusive!“ und die Forderungen des Deutschen Behindertenrates für einen Nationalen Aktionsplan überreicht.

Die „Tafel der Demokratie“ steht in der historischen Tradition der öffentlich veranstalteten Tafel als Verkörperung der Gemeinschaft freier und gleicher Bürgerinnen und Bürger und fand in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Sie wird anlässlich des Amtsantritts des Bundespräsidenten von der „Werkstatt Deutschland“ ausgerichtet, einer überparteilichen Initiative von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.

Dabei sind 1.500 Bürgerinnen und Bürger aus allen Regionen der Bundesrepublik Deutschland über Medienpartnerschaften mit den Regionalzeitungen eingeladen. Andrea Schatz hatte sich mit ihren persönlichen Wünschen für den Bundespräsidenten und mit ihren Visionen für Deutschland beworben und wurde von der „Berliner Zeitung“ ausgewählt.

Nach dem 1. Gang – einer Sülze vom Saalower Kräuterschwein mit Gewürzgurken – ergriff Frau Schatz die Initiative und suchte das Gespräch mit dem Bundespräsidenten. Sie sagte ihm, sie wünsche sich ein Deutschland, dass vom Geist der Behindertenrechtskonvention erfüllt ist. Danach werden körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen als normale Bestandteile des Lebens und der menschlichen Gesellschaft bejaht und ein Leben mit diesen Beeinträchtigungen wird als Quelle möglicher kultureller Bereicherung wertgeschätzt.

Andrea Schatz: „Bemerkenswert finde ich die ‚Nutzen-für-alle’-Strategie der Behindertenrechtskonvention. Danach geht es nicht um Spezialrechte für Behinderte, sondern ihre Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe und der Abbau von Barrieren macht das Leben für alle Menschen angenehmer.“ Besonders wichtig sei für sie die Anerkennung der Konvention, dass Frauen und Mädchen mit Behinderung mehrfacher Benachteiligung ausgesetzt sind und Maßnahmen ergriffen werden müssen, um dem entgegenzuwirken.

„Behinderte Mädchen und Frauen sind in stärkerem Maße durch Gewalt und Missbrauch gefährdet. In vielen Lebensbereichen haben sie aufgrund ihres Frauseins schlechtere Chancen und werden zugleich wegen ihrer Behinderung benachteiligt, z. B. auf dem Arbeitsmarkt und als Mütter“, so Schatz.

Andrea Schatz bat den Bundespräsidenten, er möge sich als „Botschafter“ verstehen, der dafür wirbt und anmahnt, die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland rasch mit Leben zu erfüllen. „Das ist bei mir in guten Händen“, antwortete Christian Wulff und erzählte, dass er im nächsten Monat in die Schweiz fahre, um sich ein inklusives Projekt anzuschauen. „Auch werde ich mich mit dem Bundesbehindertenbeauftragten Herrn Hüppe treffen, um über Integration und Inklusion zu sprechen.“

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