Bekenntnis zum Pflegegeld: Offiziell als Maßnahme zur Armutsbekämpfung anerkannt!

ÖAR sieht darin ein Ende der Missbrauchsdiskussion und sämtlicher Änderungsdiskussionen rund um das Pflegegeld

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In der heutigen Medienenquete anlässlich des „Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2010“ wurde eine umfassende BMASK-Informationsbroschüre vorgelegt, die unter dem Kapitel „Maßnahmen der Bundesregierung zur Armutsbekämpfung“ als „aktuelle, bereits wirksame Maßnahme der Bundesregierung zur Armutsbekämpfung“ u.a. auflistet: „Pflege: Umsetzung wichtiger Maßnahmen bei der Pflegevorsorge, wie die Erhöhung des Pflegegeldes (durchschnittliche Erhöhung um 5 %), …“.

Im Kapitel „Das Sozialschutz-System in Österreich reduziert die Armut“ wird festgehalten: „Das österreichische Pflegegeld ist vorbildlich und dient, in Verbindung mit der ständig ausgebauten sozialen Absicherung pflegender Angehöriger, der Absicherung im Pflegefall“.

ÖAR-Präsident Dr. Klaus Voget zeigt sich ob dieser offiziellen Anerkennung des Pflegegeldes als wirksame Maßnahme gegen die Armutsbekämpfung einerseits erfreut und hofft, dass damit künftigen Abschaffungs- oder Missbrauchsdiskussionen der Riegel vorgeschoben ist, gibt jedoch gleichzeitig zu bedenken: „Gut, dass die Bundesregierung damit die „Errungenschaft Pflegegeld“ nicht mehr in Frage stellt. Ein gewaltiger Wermutstropfen bleibt jedoch: Menschen mit Behinderungen kämpfen noch immer um die jährliche Valorisierung des Pflegegeldes. Das Pflegegeld wurde seit seiner Einführung 1993 erst zweimal erhöht und hat somit schon lange nicht mehr die vorgesehene Kaufkraft für dringend benötigte Dienstleistungen für behinderte, alte, oder kranke Menschen!“

Vorsichtig beurteilt der ÖAR-Präsident auch die gegenwärtige Diskussion um die Einführung des Transferkontos: „Solange noch immer die Vokabel „Missbrauch“ und „Verteilungsgerechtigkeit von Sozialleistungen“ im selben Atemzug genannt werden, es gleichzeitig jedoch noch immer offen ist, wen das Transferkonto nun wirklich betrifft und ob die Datensicherheit gewährleistet ist, solange kann ein Transferkonto aus Sicht von Menschen mit Behinderungen keinesfalls begrüßt werden!“

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0 Kommentare

  • Im Text zeigt sich Klaus Voget angeblich: „ob dieser offiziellen Anerkennung des Pflegegeldes als wirksame Maßnahme gegen die Armutsbekämpfung einerseits erfreut“. Wahrscheinlich meinte er „Maßnahme zur Armutsbekämpfung“; hoffe ich zumindest. ;-)

  • Lieber ÖAR-Voget:
    mehr W e h r m u t statt Wermut würde Ihnen guttun.

    Damit der ÖÄR das Verbandsklage-Instrument nicht weiter schubladisiert.

    Und so die Interssen von uns Menschen mit Behinderung weiter verzecht.

  • „Gut gebrüllt Löwe“. Leider muss man in der heutigen Zeit vorsichtig sein, bei der Unkultur in unserer „Polit-Szene“. Milliarden an Euros werden von kriminellem Managern „verschoben“ und Politiker jeder Couleur sind in diese „Seilschaften“ verstrickt. Menschen mit Behinderungen werden Jahr für Jahr vertröstet und auch verarscht – Nur wenn Wahlen „vor der Tür stehen“ will man natürlich auch das „behinderte Stimmvolk“ und es geht ein bisschen was. Dann muss man sich immer wieder anhören „Was wollt´s denn ihr Krüppel, euch geht´s ja eh noch gut im Vergleich zu anderen Staaten.
    Mitnichten – auch bei uns, in einem der reichsten Länder auf unseren Planeten gibt es Armut. Nur sind viele zu Stolz um es zuzugeben und bürokratische Hürdenläufe erschwerten immer mehr den Zugang zu Sozialleistungen, die noch vor einigen Jahren selbstverständlich waren. Entweder man lässt es sich gefallen oder man klagt. Jedoch ohne Rechtsschutzversicherung ist es schwer, sein Recht zu erkämpfen. Viele können sich eine Rechtsschutzversicherung gar nicht leisten. Und so geht das miese Spiel immer hurtig, Jahr für Jahr, weiter und die „Armutsschere“ wird immer größer.
    Eine jährliche Wert-Anpassung des Pflegegeldes ist dringend notwendig, wie bei der Einführung des PG auch von den damals zuständigen Politikern vorgesehen war.
    Zumindest sollte die ÖAR und unsere „Behindertenorganisationen und Verbände“ geschlossen zu überparteilichen Protestmärschen und zu medienwirksamen Maßnahmen greifen, damit die berechtigten Forderungen behinderter Menschen auch der breiten Öffentlichkeit klargemacht werden.