Bekommt Aktion Mensch Vorstand mit Behinderung?

"Veränderungen sind immer auch eine Chance, etwas Neues zu beginnen", meint Dr. Sigrid Arnade von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben.

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Nach der Ankündigung, dass Martin Georgi zum 30. April die Aktion Mensch verlässt und Armin v. Buttlar ab dem 1. Mai die Geschäfte als Alleinvorstand führt, fragt man sich in der Szene, ob es nun nicht Zeit für die Besetzung des Vorstandes der Aktion Mensch durch einen behinderten Menschen ist und ob die Soziallotterie nicht eine oder einen Inklusionsbeauftragte/n braucht.

„Veränderungen sind immer auch eine Chance, etwas Neues zu beginnen“, meint Dr. Sigrid Arnade von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) zum bekannt gewordenen Ausscheiden von Martin Georgi, der vier Jahre lang die Geschäfte der Aktion Mensch im Vorstand mitgesteuert hat.

Neu und gut wäre für Dr. Sigrid Arnade, wenn behinderte Menschen, die über vielfältige Erfahrungen in Sachen Selbstbestimmung und Inklusion verfügen, verstärkt das Geschick der Aktion Mensch bestimmen. Und was liegt da näher, als nun Menschen mit Behinderungen und vielfältigen Erfahrungen in der Behindertenpolitik und -arbeit in der Aktion Mensch einzubinden.

„Am besten im Vorstand“, ist Dr. Sigrid Arnade von der ISL überzeugt. Wenn keine weitere Besetzung des frei gewordenen Vorstandspostens bei der Aktion Mensch geplant sei, sei es zumindest an der Zeit, dass wenigstens die Stelle einer oder eines Inlusionsbeauftragten eingerichtet wird, die von einem behinderten Menschen mit vielfältigen Erfahrungen ausgeübt wird. Damit ginge die Aktion Mensch in Sachen Inklusion mit gutem Beispiel voran und würde ein Beispiel für die Ernsthaftigkeit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention geben.

Die seit der Umorientierung und Namensänderung erzielten Erfolge mit der enorm gestiegenen Beschäftigtenzahl von über 250 bei der Aktion Mensch erforderten einen stetigen Input und Einfluss behinderter Menschen selbst – nicht nur in Workshops, sondern auch in der Geschäftsstelle der Aktion Mensch. Denn diese sei mittlerweile größer als so manches Ministerium und verwalte sehr viel Geld, das die Entwicklung der Behindertenhilfe und -politik in Deutschland entscheidend prägt.

„Nichts über uns ohne uns“, erinnert daher Dr. Sigrid Arnade die Aktion Mensch an einen alten Slogan der Behindertenbewegung, der von der Soziallotterie gerne verwendet wird.

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