Belgische EU-Präsidentschaft fördert „Tourismus für Alle“

"Recht auf Urlaub - ein Standard und ein Privileg der westlichen Industriegesellschaften" - Zweitägige Tourismus-Ministerkonferenz in Brügge

Mares Rossmann
BMWA

Die belgische Präsidentschaft begann mit einer zweitägigen Ministerkonferenz zum Thema „Tourismus für Alle“ mit Regierungsdelegationen der 15 Mitgliedsländer und der Beitrittskandidaten, des EWR und auch der Schweiz. Der Ablauf dieser Veranstaltung entsprach im übrigen genau dem des Europäischen Tourismusforums 1998 am Beginn der Österreichischen EU-Präsidentschaft in Mayrhofen (Zillertal), das damals von der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft in Kooperation mit dem Wirtschaftsministerium und der EU-Kommission erfolgreich durchgeführt wurde.

Bei der zweitägigen Tourismus-Ministerkonferenz vom 1. bis 2. Juli in Brügge war Österreich mit einer starken Regierungsdelegation unter Führung von Staatssekretärin Mares Rossmann und Sektionschefin Elisabeth Udolf-Strobl vertreten. Als Vertreter der österreichischen Tourismuswirtschaft nahm Syndikus Michael Raffling an der Tagung teil.

Belgien ist darum bemüht, unter seiner Präsidentschaft neue Modelle für jene durchschnittlich 30 % der Bevölkerungen der Mitgliedsländer zu erarbeiten, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, einen Urlaub zu realisieren, dies aber gerne möchten. Als Problemfelder wurden im speziellen genannt: Behinderungen verschiedenster Art – psychisch und physisch, Armut, Großfamilien, alte Menschen und Jugendliche ohne ausreichende Finanzressourcen.

Der für den Tourismusbereich zuständige EU-Kommissar Erkki Liikanen sowie auch die Belgische Präsidentschaft, vertreten durch den flämischen Tourismus- und Arbeitsminister Renaard Landuyt, verwiesen in ihren Einleitungsstatements darauf, dass im Bewusstsein der Bevölkerung ein Recht auf Urlaub ebenso besteht wie ein Recht auf Arbeit oder ein Recht auf Mobilität. Dies sei Standard und Privileg zugleich der westlichen Industriegesellschaften. Der Urlaub diene nicht nur der sozialen Integration, sondern auch der sozialen Hygiene, der Möglichkeit, Abstand zu gewinnen, und dem gegenseitigen Verstehen.

Von den Regierungsvertretern einzelner Mitgliedsländer wie Frankreich, Spanien und Schweden wurden „Best practice“ – Beispiele der Unterstützung genannter Gruppen erwähnt: so z.B. werden in Schweden von der Regierung 60 Millionen Euro zur Unterstützung touristischer Transporte für Behinderte zur Verfügung gestellt, von Spanien werden Urlaube älterer Menschen mit 40% der Kosten entsprechend bestimmter sozialer Kriterien subventioniert.

Weiters wurde von der Belgischen Präsidentschaft eine europaweite Umfrage über Maßnahmen einzelner Mitgliedsländer zur Förderung des Grundsatzes „Tourismus für Alle“ präsentiert.

Im Gegensatz zum bisherigen Vorsitzland Schweden will sich Belgien bis 31. Dezember d.J. stärker auf Tourismus-Themen konzentrieren: So sind zwei weitere Ministerrate zum Tourismus geplant – Schweden hatte keinen einzigen abgehalten.

Der nächste EU-Ministerrat zum Tourismus soll am 27. September stattfinden. Dabei wird es vor allem um Fragen der Lebensmittelsicherheit, der Harmonisierung der Mehrwertsteuersätze und um Wettbewerbsfragen und den Einfluss des Tourismus auf Bereiche der Freizeitwirtschaft gehen.

Der zweite EU-(Tourismus-)Ministerrat ist für den 26. November geplant. Bei dieser Gelegenheit sollen eine Reihe von Empfehlungen verabschiedet werden – insbesonders auch zum Thema der Eröffnungsveranstaltung „Tourismus für Alle“. Die Schlussfolgerungen der EU-Präsidentschaftsveranstaltung wurden heute Vormittag von Tourismusminister Landuyt in einer Pressekonferenz vorgestellt.

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