Berliner Signal gegen Bluttest Down-Syndrom

"Wir sind, verdammt noch mal, alle Menschen", wurde Sebastian Urbanski in den Medien zitiert.

Film: So wie Du bist - Juliana Götze und Sebastian Urbanski
ORF

Ein stark beachtetes Signal gegen den umstrittenen Bluttest Down-Syndrom kam aus Berlin (kobinet 5.7.12).

Das Konstanzer Unternehmen, das den Test für Juli in Deutschland, Österreich und der Schweiz angekündigt hat, will die Details des vor der Bundespressekonferenz in Berlin erläuterten Rechtsgutachtens prüfen. Auf der Pressekonferenz ist auch Schauspieler Sebastian Urbanski für ein Testverbot eingetreten.

„Wir sind, verdammt noch mal, alle Menschen“, wurde Sebastian Urbanski in den Medien zitiert. Er kann es nicht fassen, dass Menschen mit Down-Syndrom vor der Geburt aussortiert werden sollen. Sollen Behinderte Außenseiter bleiben?

Urbanski (Jahrgang 1978) war die deutsche Synchronstimme von Pablo Pineda in dem Film „Me too – Wer will schon normal sein?“. Pineda ist der erste Europäer mit Down-Syndrom, der 2004 mit 29 Jahren einen Hochschulabschluss erworben hat und später vor der Filmkamera überzeugte.

Zusammen mit seiner Kollegin Juliana Götze vom Theater RambaZamba spielte der Berliner ein Brautpaar in dem österreichischen Film „So wie du bist“. Der wurde nach einer authentischen Geschichte zweier Menschen mit Down-Syndrom gedreht.

Derzeit leben in Deutschland etwa 50.000 Menschen mit dem Syndrom, so das Magazin Rollingplanet: Urbanskis Eltern haben, so erzählt der Schauspieler, ihn so gefördert, dass er lesen, schreiben und rechnen gelernt hat, dass er die Musik liebt und das Theater. „Ich finde, dass der Test verboten werden sollte“, erklärte Urbanski. „Wir sind langsamer, aber wir sind auch Menschen.“

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0 Kommentare

  • @Charlotte! Ich erachte Deinen Kommentar als ausserordentlich wichtig und gut; führt er es uns doch unmissverständlich vor Augen, wie in Wahrheit insgeheimst gedacht wird. Mit den Kategorisierungsgepflogenheiten auch im Rahmen der unterschiedlichen Behinderungsformen stimme ich Dir natürlich ebenfalls vollinhaltlich zu.

  • Eine Behindertenbetreuerin der Lebenshilfe sagte einmal zu mir, sie „verteidigt“ die Bewunderung ihrer Freunde wegen ihrer Arbeit immer so, dass sie den Leuten erklärt: „Aber schau, es sind ja auch Menschen“ …
    Da wurde mir fast schlecht. Ich war aber dennoch froh, dass wohl in solchen Augen meine Tochter und andere behinderte Menschen nicht zu den Tieren sortiert werden.
    Tja, manchmal muss man eben ganz unten anfangen bei der Aufklärung.
    Wobei – ich merke schon, wenn jemand klar im Kopf ist und nur im Rollstuhl sitzt, schon wieder in einer anderen Kategorie Lebewesen ist, wie jemand der nicht sprechen kann oder dauernd beaufsichtigt werden muss – oder entstellt ist.

  • Dass manche Menschen auch der Sorte Menschen zugerechnet werden dürfen, das zu erkämpfen, soll unsere Aufgabe sein.