Besserung ja oder nein?

Wie die Pensionsversicherungsanstalt ihre Ablehnungen begründet. Ein Kommentar.

Logo Pensionsversicherungsanstalt
Pensionsversicherungsanstalt

Vor einiger Zeit hatte man im Rechtsweg mit kräftiger Unterstützung von „außen“, eine Erhöhung der Pflegestufe bewirkt.

Die Niederlage konnte die Pensionsversicherungsanstalt aber nicht so einfach hinnehmen.

Sie stellte einen befristeten Jahresbescheid über die neue Pflegestufe aus mit folgender Begründung: „… auf Grund der medizinischen Unterlagen wird die Pflegestufe 4 befristet auf ein Jahr gewährt, da eine Besserung bzw. Rückbildung der Symptome des dem Antrag zugrunde liegenden Krankheitsbildes anzunehmen ist.“

Wie bitte?

Es geht hier um eine chronische Autoimmunerkrankung mit langsam fortschreitender Verschlechterung und keiner Heilung in Sicht. Wenn Sie, werte Damen und Herren der Pensionsversicherungsanstalt, mehr wissen als ich und der Meinung sind, ich werde gesund, so ersuche ich Sie, mir Ihren aktuellen Wissensstand, der offensichtlich an mir vorüber gegangen ist, mitzuteilen!

Vor zehn Tagen hatte man einen Antrag auf Heilverfahren bei der Pensionsversicherungsanstalt gestellt. Mit rasanter Geschwindigkeit, nämlich innerhalb von unglaublichen sieben Tagen, lag der ablehnende Bescheid im Postfach mit folgender Begründung: „… auf Grund der medizinischen Unterlagen wurde festgestellt, dass eine anhaltende Besserung des dem Antrag zugrunde liegenden Krankheitsbildes nicht erreicht werden kann.“

Also, was jetzt? Besserung ja oder nein?

Sie, werte Damen und Herren der Pensionsversicherungsanstalt haben nicht das Recht, abhängig von Ihrer persönlichen Befindlichkeit und Willkür, über meinen Krankheitsverlauf zu urteilen!

Auch, wenn diese Begründungen sich in einem Computervordruck befinden, kann man über diese leichtfertigen und unfundierten Aussagen nicht hinwegsehen. Man entschließt sich, dies nicht wortlos hinzunehmen und erklärt der Pensionsversicherungsanstalt schriftlich und ausgiebig seinen Ist-Zustand und die Prognose des dem Antrag zugrunde liegenden Krankheitsbildes.

Das Heilverfahren bekommt man deswegen nicht bewilligt, obwohl es das Einzige ist, was hilft. Zumindest aber hat man sich Luft gemacht, das soll ja auch „heilen“, in gewisser Hinsicht.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • Pardon, gemeint waren Stasi-Methoden.

    Der werfe den ersten Stein, dem noch nie ein Tippfehler unterlaufen ist ;-)

  • Stasti is no lang nit Spasti

  • @Hillegeist

    Meinungsfreiheit in allen Ehren, aber die Entscheidungen der PVA mit Stasti-Methoden zu vergleichen diskreditiert eher wen anderen, nicht?

  • »Systematische Diskreditierung der öffentlichen Einstufung, des Ansehens und des Prestiges des Leistungswerbers auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer und diskreditierender, sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben; […]«


    – Zitat aus der informellen Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung eines kassenschonenden Leistungskalküls vom Januar 2013 der PVA, betreffend die Zersetzung des Leisungsinteresses von supressiven Einzelpersonen –

  • @ charlotte

    volksvertreter sollten das volk vertreten, aber mitunter verkaufen sie es ;)

  • Speziell an @Charlotte
    Gefällt mir ausserordentlich gut! Wer verkauft sich selbst wo, wann und vor allem; daraus resultierend, wer verkauft wie, wo und wann Andere/Anderes?

  • wenns nicht so existentiell tragisch wäre, könnte man eine kabarettnummer aus dieser geschichte machen.
    es ist ungeheuerlich.
    hoffe, man kann rechtlich enthebeln, was das zeug hält.

    der ombudsmann vertritt den, der ihn bezahlt, das ist ja klar.
    das erlebt man doch auch bei volksanwaltschaft, patientenanwalt, usw.
    staubsaugervertreter verkaufen staubsauger.
    versicherungsvertreter verkaufen versicherungen.
    und volksvertreter?

    könnte oder sollte man glauben, dass zitronenfalter zitronen falten?

  • @ binder fritz

    der ombudsmann der pva hat mir mal gesagt, er sei ombudsmann der pva und nicht des versicherten!!!???
    sich an den zu wenden ist vergebene liebesmüh´….offensichtlich hab ich ein falsches verständnis von einem ombudsmann ….

  • Diese Willkür ist einfach nicht zu glauben. Bitte nicht gefallen lassen, wenden Sie sich an den Ombudsmann der PV.

  • Sollte man eigentlich in einer Tageszeitung veröffentlichen, damit das einem breiten Publikum bekannt wird. Es ist einfach unglaublich!

  • Geehrte Frau Obermeir, Ihre Zeilen haben mich trotz aller Tragik zum Lächeln gebracht.
    Da hat es die PVA doch tatsächlich fertiggebracht, das Unmögliche zu finden, wonach Wissenschaftler seit ewigen Zeiten verzweifelt suchen: Ein Wunderheilmittel gegen MS.

    Ja, Sie tun gut daran, sich „Luft“ zu machen, es hilft mehr, als alles still in sich hineinzufressen.

    Danke, dass Sie öffentlich aufgezeigt haben, wie paradox unser System ist. Denn widersprüchlicher von ein und derselben Behörde geht es wirklich nicht mehr.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute!

  • Unglaublich – ein Skandal…