Christoffel-Blindenmission

Betroffene fordern Entschuldigung von Christoffel Blindenmission

Harsche Kritik an der deutschen Christoffel Blindenmission - aber auch an den Umständen der letzten Tage - äußert Jens Bertrams in seinem Blog "Mein chaotisches Webtagebuch". Eine Plakat-Aktion schlägt Wellen.

„Nach meiner Ansicht kommen bei dieser Geschichte mehrere Skandale zusammen“, schreibt Jens Betrams in seinem Blog „Mein chaotisches Webtagebuch„.

Viel Aufsehen hat die Kampagne „Spenden Sie Augenlicht“ der deutschen Christoffel Blindenmission (CBM) in den letzten Tagen verursacht. Auslöser waren Fotos afrikanischer, blinder Menschen mit Geldschlitzen statt Augen. Dieses von der CBM „bewusst provokant gewähltes Motiv“ geriet in den letzten Wochen in die Kritik und die „Christoffel-Blindenmission zog die Plakat-Aktion zurück„, wie kobinet-nachrichten vermeldete.

CBM hat sich nicht ausdrücklich distanziert

Doch ein stilles Beenden der Kampagne reicht Jens Bertrams, blinder Journalist aus Marburg, bei weitem nicht. „Nicht nur die Tatsache, dass die CBM mit der Umsetzung des Gesprächsergebnisses zögerte, nicht nur, dass sie überhaupt erst auf Druck der Öffentlichkeit reagierte und nicht schon auf den Protest einzelner Betroffener, sondern vor allem, dass sie sich bislang nicht ausdrücklich und öffentlich von dieser Kampagne distanziert hat“, fasst der Blogger seinen Groll in Worte.

Auch stört ihn, dass das diskriminierende Foto „noch einige Zeit auf der Internetseite der CBM ausgestellt werden sollte“. Doch dazu kam es nicht mehr. Die Christoffel Blindenmission musste aufgrund des größer werdenden Drucks der Öffentlichkeit umgehend handeln und entfernte das Foto früher als ursprünglich geplant.

Entschuldigung und grundsätzliche Diskussion gefordert

„Ich fühle mich von dieser Kampagne diskriminiert, weil sie zum einen blinde Menschen als Spardose degradiert und zum anderen völlig undifferenziert vermittelt, dass Blinde wieder sehen können, wenn man nur genug Geld hat“, zeigt sich stellvertretend Artur Ortega, blinder Diplom-Informatiker aus Hamburg, in seinen Gefühlen verletzt.

Er hofft, dass nun „eine grundsätzliche Diskussion über die Ausrichtung der Christoffel Blindenmission“ beginnen könnte. „Ich erwarte mir von der Christoffel Blindenmission eine Entschuldigung in Form einer Pressemitteilung, gerade an die Medienöffentlichkeit“, erläutert Ortega, der vermutet, dass die Organisation „diesen Skandal so klein wie möglich halten will“.

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6 Kommentare

  • Hallo, ich bin Rentner und würde gern jeden Monat 5 € spenden.
    Viele Menschen sagen, da kommt sowieso nichts an.
    Wie wollen Sie mich überzeugen, dass mein bescheidener Betrag, doch etwas bewürken kan.

    MfG
    Marianne Kammel

  • Zu dem Plakat kann ich nichts sagen; ich habe es nicht gesehen, doch das finde ich entwürdigend.

  • Hallo und guten Tag,
    da meine Spende mit einer völlig unnötigen, auf dickem, buntem Papier gedruckten,
    Spenden-Urkunde
    „belohnt“ wurde, habe ich der cbm mitgeteilt, dass ich eine Erklärung an alle Spender erwarte, dass dies in Zukunft unterbleibt und dass das hierfür verwendete Spendengeld den betroffenen Menschen zusteht.
    Elisabeth Ulbrich

  • @Wojo: Das stellt auch gar keiner in Frage. Aber das wird doch mit dem Plakat gar nicht vermittelt. Vermittelt wird ganz plump: Augen statt Geldschlitze – nur mit Geld gibts „Augenlicht“.

    Schon das Wort „Augenlicht“ wirkt enorm pathetisch … Und wer kommt bitte auf die Idee, einem blinde Menschen einen Geldeinwurf zu verpassen? Das ist geschmacklos. Und der Zweck heiligt auch in diesem Fall nicht die Mittel.

  • Eine Information für „ELKE“: Natürlich kann man mit Geld nicht alles machen. Bei Menschen, die am Grauen Star erblindet sind, ist es jedoch tatsächlich möglich, ihnen durch eine OP das Augenlicht wieder zu geben. In den sogenannten Entwicklungsländern gibt es einen großen Nachholbedarf an dieser Art von Operation.

  • Ich finde die Plakataktion der Blinden und Sehbehinderten entwürdigend. Wer glaubt so einen Blödsinn? Wenn man Geld spendet dann kann man wieder sehen, da sieht man wieder wie negativ die Menschheit denkt, dann müßten Rollifahrer schon längst gehen können.