Betroffenenvertretung für Menschen mit psychischer Erkrankung besorgt

Zusatzverdienst Möglichkeit soll gestrichen werden. Ein Kommentar.

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AMS-Chef Kopf will den Arbeitslosen die Zuverdienst Möglichkeit in der Höhe einer geringfügigen Beschäftigung streichen. Vielen Menschen mit chronisch psychischen Gesundheitsproblemen und Behinderungen, die derzeit oder längerfristig keine Vollzeitbeschäftigung ausführen können, soll dieses geringe Zusatzeinkommen, das oft über Armut oder befriedigende Lebensführung entscheidet, weggenommen werden.

Arm sein bedeutet, Freunde nicht zum Essen einladen zu können, keine Möglichkeit zu haben, mal einen Kaffee trinken zu gehen, kein Budget für ein Buch zum Lesen zu besitzen, oder nicht an jenen Kulturaktivitäten teilhaben zu können, die das Menschsein ausmachen. Als Argument dient das Hineindrängen von Langzeitarbeitslosen zurück in die Arbeitswelt, was bei oben Genannten meistens unmöglich ist.  Die Stigmatisierung dieser Gruppe ist besonders hoch.

Diese Gruppe von Menschen, die jedoch schwere Einschränkungen aufgrund ihrer Erkrankungen und Behinderungen haben, können durch ihre geringfügige Beschäftigung einen Fuß in der Arbeitswelt halten und haben damit eine größere Chance auf einen Wiedereinstieg. Das Verbot geringfügiger Beschäftigung würde massiv Existenzängste verstärken oder diese auslösen und die Schwere von psychischen Erkrankungen noch weiter steigern.

Die soziale Absicherung von Menschen mit Behinderungen, seien es psychischer oder anderer Natur, spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Hier würde eine Kürzung finanzieller Mittel diese soziale Absicherung bedrohen und Betroffene weiter im Abgrund halten. Auch ist die, in vielen Lebenssituationen zur Stabilisierung notwendige Tagesstrukturierung, gefährdet. Dann landen Menschen in sinnlosen Kursmaßnahmen, anstatt gleich ein Teil des wirklichen gesellschaftlichen Lebens zu sein.

Ein Wiedereinstieg in die Arbeitswelt, der sanft und behutsam ist, wird durch eine geringfügige Beschäftigung möglich. „Es werden viel zu wenige Arbeitstrainingsmaßnahmen angeboten, die auf die Einschränkungen der Betroffenen abgestimmt sind. Der Wegfall geringfügiger Beschäftigungsmodelle für psychisch erkrankte Menschen verhindert somit die Inklusion am Arbeitsmarkt“, so Brigitte Heller, Verein Lichterkette, Betroffenenvertretung für Menschen mit psychischer Erkrankung.

Zwar ist die Mehrheit im Parlament derzeit noch gegen die Abschaffung der Zuverdienst Möglichkeit von Arbeitslosen, die Stimmen nach einer Verschärfung werden jedoch lauter.

Sieht so unsere Zukunft aus?

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4 Kommentare

  • Tja, mit einer ÖVP an der Spitze bzw. in der Regierung wird sowas – menschenfeindliche Politik – leider immer wieder passieren! Mich wundert nix mehr…

  • Ich sehe das genau so,
    keine Unterstützung vom AMS mit Jobs für psychisch kranke Menschen ?? Hier wären Bund und Länder gefragt mit leichten Jobs beim Land oder Bund !!!

  • Ist echt eine Frechheit!!

  • ich kann als einrichtungsleitung der werkRaum tagesstätte mistelbach das anliegen von frau heller vom verein lichterkette nur unterstreichen!