Bischof nimmt Stellung zur Kommunionsverweigerung

Der für die Diözese St. Pölten zuständige Bischof Dr. Klaus Küng nimmt zur Kommunionsverweigerung des Pfarrers von Raxendorf Stellung.

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Benedikt Triebl, Pfarrer von Raxendorf in NÖ hat vor einigen Wochen zwei behinderten Menschen die Kommunion verweigert, wie gestern bekannt wurde.

Der öffentliche Druck veranlasste Bischof Küng eine Stellungnahme abzugeben, die wir am Ende dieses Artikels ungekürzt abdrucken.

Auf BIZEPS-INFO Anfrage „Wie lange ist der Vorfall schon bekannt gewesen?“ und „Was wurde bisher unternommen?“ teilte uns Hildegard Rumpler vom Bischöflichen Sekretariat im Auftrag des Bischofs mit: „Gestern wurde dem Bischof bekannt, dass in Raxendorf Probleme entstanden sind. Der Herr Pfarrer war auswärts und konnte erst gestern erreicht werden. Wie so oft, hat jedes Ding zwei Seiten. Man soll nie urteilen, ohne alle Seiten gehört zu haben.“

Wir wollten wissen, welche Position der Bischof persönlich in dieser Frage vertritt und erhielten folgende Antwort: „Dem Bischof sind behinderte Menschen ein sehr wichtiges Anliegen und es liegt ihm viel daran, dass sie mit viel Liebe betreut werden“, teilte uns Rumpler in einem Mail mit.

Stellungnahme

St. Pölten, 21. April 2006: Stellungnahme zu Berichten aus Raxendorf von Diözesanbischof Dr. Klaus Küng in Absprache mit Caritasdirektor Mag. Friedrich Schuhböck:

„Behinderte Menschen bedürfen in besonderer Weise der Zuwendung. Es ist wichtig, dass auch sie vermittelt erhalten: Gott liebt uns alle so wie wir sind. Er liebt auch sie, die Behinderten, und er will, dass wir sie lieben.

Behinderte Menschen sind nicht von der heiligen Kommunion ausgeschlossen. Für sie gelten im Prinzip die gleichen Bedingungen wie für alle Gläubigen. Es ist aber auf ihre spezielle Situation Rücksicht zu nehmen.

Die Teilnahme an der heiligen Kommunion setzt innere Bereitschaft und entsprechendes äußeres Verhalten voraus. Bei Behinderten ist freilich gerade diesbezüglich viel Verständnis nötig, auch auf die Würde des Sakramentes ist zu achten.

Anscheinend gab es bei einer Eucharistiefeier in Raxendorf gewisse Probleme, vielleicht auch Missverständnisse.

In den nächsten Tagen wird es zu Gesprächen mit allen Beteiligten kommen mit dem Ziel, dass dadurch die nötige Klärung und gegenseitiges Verständnis erreicht werden.“

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0 Kommentare

  • Wenn ich die o.g. Stellungnahmen lese, wird mir klar, dass diese Menschen den Sinn des Lebens und Sterbens Christi nicht erkannt haben. Und auch nicht den Sinn der Abendmahlfeier. Jesus sagte nie: tut dies nur, wenn ihr bei klarem Verstand seid und wenn ihr Katholiken seid. – Nein: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Mit anderen Worten: feiert durch das Abendmahl die Liebe Gottes zu den Menschen. Schließlich ließ Gott seinen einzigen und eigenen Sohn für unsere Hartherzigkeit, Gier, Neid und was sonst noch an Schlechtem im menschlichen Wesen liegt, sterben damit wir, wenn wir dieses Opfer auch für uns selbst in Anspruch nehmen, wieder mit Gott Gemeinschaft haben dürfen. So sehr liebt Gott ALLE Menschen, dass er, traurig genug, dass es soweit kommen mußte, einen Weg für uns schuf, Vergebung und Wohlgefallen in seinen Augen zurück zu erlangen.
    Die Kirche hat KEIN RECHT, das Abendmahl nach Willkür und Laune zu verteilen, sondern die PFLICHT, dadurch an Gottes unendliche Liebe zu uns zu erinnern und zur Nachfolge (nach den Worten der Bibel und nicht irgendwelcher Päpste und Konzilien) aufzurufen.

  • Die Formulierungen der katholischen vertreter sagen alles über ihre haltung gegenüber behinderter menschen aus. es ist unerträglich! die wortwohl ist entlarvend und beschämend.