BIZEPS Jahresrückblick 1994

Wieder ist ein Jahr vorüber und wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück.

BIZEPS
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Hier ein Jahresrückblick:

Selbstbestimmt Leben

In zahlreichen intensiven Beratungen konnten wir höhere Einstufungen beim Pflegegeld und individuelle Regelungen bei den Sozialen Diensten erreichen. Durch unsere beharrlichen Proteste haben wir erreicht, daß die neuen Kostensätze von 100 auf 70 Schilling pro Stunde (Mindestsatz) reduziert worden sind. Die Zusammenarbeit mit der MA 47 (Betreuung zu Hause) konnte ausgebaut werden; die MA 47 hat unsere Folder an die Sozialen Stützpunkte verteilt und es erfolgt eine regelmäßige Zusammenarbeit.

Wir konnten auch heuer wieder vielen behinderten Menschen helfen, daß sie das System „Persönliche Assistenz“ verwirklichen konnten. Die Arbeitsgruppe „Selbstbestimmt Leben“ wird von Annemarie Srb-Rössler geleitet.

„Kulturstadt Wien für alle“

hieß unser Slogan beim Protestmarsch am 5. Mai (europaweiter Protesttag gegen die Diskriminierung behinderter Menschen). Wir zogen (knapp 100 Menschen) durch die Innenstadt und protestierten gegen die Aussperrung von behinderten Menschen aus Kulturstätten. Es gab auch Proteste gegen das neue Apollokino, das nur einen von sieben Sälen rollstuhlgerecht anbietet.

Weitere erfolgreiche Kulturaktivitäten waren die behindertengerechte Ausgestaltung der niederösterreichischen Landesausstellung, die mehrheitliche rollstuhlgerechte Ausgestaltung der Kinos der Wiener Filmfestspiele Viennale, verbesserte Zugangsmöglichkeiten zum Kabarett Niedermair und Kennzeichnung von berollbaren Kinos in der Zeitung Standard. Die zuletzt gemeldete „Rettung“ der Urania Rampe war nur vorübergehend. Um eine Wiedererrichtung bemüht sich die Arbeitsgruppe „Kultur“ unter der Leitung von Mag. Bernadette Feuerstein.

„Behinderte in den Medien“

heißt die im Sommer neu gegründete Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Franz Huainigg, welche sich unter anderem mit der Präsenz behinderter Menschen in den Medien und der Errichtung einer Behindertenredaktion im ORF in den Medien beschäftigt.

„Gleichstellung für behinderte Menschen“

Unserem Ziel nach gleichen Rechten für behinderte Menschen sind wir wieder ein Stück näher gekommen. Nun ist es für uns auch möglich, mit dem Aufzug auf den Donauturm zu fahren. (Das Restaurant ist für Rollstuhlfahrer aber nicht benützbar.)

Ebenso ist es uns gelungen, daß im Wiener Rathaus ein Treppenlift eingebaut worden ist, mit dem man die ebenso die neugeschaffenen Plätze in der Galerie des Sitzungssaales des Wiener Gemeinderatsaales erreichen kann. Es konnte durch rechtzeitiges Aufzeigen der Absicht verhindert werden, daß RollstuhlfahrerInnen bei Fluglinien eine besondere Gebühr bezahlen müssen.

Die österreichweite Unterschriftenliste „Bus und Bahn für alle“ ist ein großer Erfolg. Wir erstellen eine laufend aktualisierte Broschüre „Gleichstellung für behinderte Menschen“ und haben seit heuer eine gleichnamige Arbeitsgruppe unter der Leitung von DSA Manfred Srb.

Seit Frühjahr dieses Jahres

sind wir das 1. österreichische Zentrum für Selbstbestimmtes Leben. Derzeit gibt es auch in anderen Bundesländern (Tirol, Oberösterreich, Salzburg) Bestrebungen Zentren für Selbstbestimmtes Leben zu gründen.

Wir gaben auch heuer wieder ein monatliches Infoblatt heraus, das bei unseren LeserInnen recht gut ankommt. (Letztes Monat feierten wir die 25. Ausgabe.)

Viele Aktionen wären hier noch anzuführen, das würde aber diesen Rahmen sprengen. Das wesentliche im Zentrum sind aber die MitarbeiterInnen.

Besonders möchten wir uns auch an dieser Stelle bei all jenen bedanken, die uns auch heuer wieder durch eine Spende finanziell unterstützt haben. Danke.

Was bringt 1995?

Wir wissen es nicht, doch läßt das Sparpaket der Regierung schlimme Befürchtungen zu. Wir hoffen, daß auch 1995 wieder ein Jahr wird, wo wir im nachhinein sagen können:

„Es hat sich was bewegt.“

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