BIZEPS: Keine aktive Sterbehilfe und keine assistierte Selbsttötung

Das gesellschaftliche Klima gegenüber BürgerInnen, die willkürlich gesetzten Normen wie "schön", "leistungsfähig", "erfolgreich" nicht entsprechen, ist in Kippgefahr.

BIZEPS
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Bei der heutigen Sitzung der Enquete-Kommission zum Thema „Würde am Ende des Lebens“ im Parlament geht es um Fragen, die derzeit heiß diskutiert werden.

Bei der „Sterbehilfe“-Diskussion geht es eigentlich nicht um Selbstbestimmung. Es geht vielmehr um die Frage, wie eine Gesellschaft mit Menschen mit Behinderungen, alten und chronisch schwer kranken Menschen umgeht. BIZEPS-Zentrum für Selbstbestimmtes Leben ist daher strikt gegen aktive Sterbehilfe und assistierte Selbsttötung.

„Wir sehen Behinderungen grundsätzlich als Vielfalt und Bereicherung für uns und andere. An einer Krankheit und Behinderung muss man nicht unbedingt leiden, man kann mit ihr leben. Im Falle von Schmerzen ist eine entsprechende Therapie zu ermöglichen. Am Ende des Lebens soll allen Menschen genügend Unterstützungsangebot zur Verfügung stehen“, hält Mag.a Marianne Karner (BIZEPS-Sprecherin für ethische Fragestellungen in Biopolitik, -medizin und -wissenschaft) fest.

BIZEPS sieht angeborene oder erworbene Behinderungen wie auch chronische Erkrankungen als einige von vielen unterschiedlichen Herausforderungen, die einem Mensch in seinem Leben begegnen können. Der Umgang mit solchen Herausforderungen ist ein länger andauernder Prozess, in denen die meisten Menschen lernen, damit trotzdem zufrieden und glücklich zu leben.

„Aktive Sterbehilfe und Selbsttötung werden fälschlicherweise mit Selbstbestimmung und frei verantwortlicher Entscheidung gleichgesetzt. Das ist ein Irrtum“, so Mag.a Marianne Karner abschließend.

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  • Anonymous

    Für mich bedeutet „selbstbestimmt leben“ auch „selbstbestimmt sterben“. Ich will diese Entscheidung selbst treffen können.
    „nichts ohne uns über uns!“ Das gilt auch für MEINEN Tod. Oder sehe ich das falsch?

  • Barbara Doppler

    Diese Meinung respektiere ich! Dennoch gilt auch für mich, dass jeder auch seinen Todeszeitpunkt selbst wählen düfen sollte, genauso, wie jeder selbstbestimmt leben düfen muß! Klar ist daher auch, dass die Entscheidung zur Selbsttötung nur von der betroffenen Person selbst getroffen werden darf. Entscheidung durch andere wäre Mord.

  • goliath

    ein ethischer graubereich, wo man in meinen augen weder dafür noch dagegen sein kann.

    ich werde, wenn ich noch in der lage dazu bin, meinen tod selbst bestimmen. im besten fall mit zwei flaschen whisky auf einer luftmatratze im meer. irgendwer müsste mich halt vom ufer wegschubsen …

  • Martin Wolkerstorfer

    Sg. Herr „bizeps“ (wer immer Sie sind),

    die ständige Wiederholung Ihrer – berechtigten – Argumente macht Ihre verständliche, aber einseitige Haltung nicht richtiger.

    Wer jemand anderen OHNE bzw. GEGEN seinen Willen umbringt, ist ein Mörder. Basta.

    Aber wenn jemand nicht leben mag, nicht aus dem Affekt heraus, sondern wieder holt und bei klarem Verstand geäussert, was ist dagegen einzuwenden?

    Derzeit steht mir der Sinn nicht danach, ich hoffe ich komme nie so weit, aber wenn ich mir da überlegen sollte, würde ich das gern SELBST entscheiden. Und nicht von einem Gesetz verbieten lassen, weder von einem staatlichen noch einem religiösen. Basta!

    Übrigens: Es gibt einen grauen Markt der „Todesengel“, die die derzeitige Gesetzeslage hintergehen helfen, die zerkleinern einen Cocktail aus gängigen Medikamenten, der den Betroffenen hilft. In Bayern (da hab ich das her) sollen es jährlich zumindest Dutzende sein. Obduziert wird eh nicht.

    Man treibt die Menschen also nur in den Untergrund und in die Kriminalität. Genau wie bei der Prohibition. Wollen Sie das?

    Und: ‚Hospize STATT Sterbehilfe‘ ist überhaupt kein Argument, es muss heißen:
    ‚Hospize UND Sterbehilfe‘, jeder wie er will. Hören Sie auf mit Ihrer Bevormundung, die brauchen wir nicht!

  • Yasemin

    Die Frage ist, ob man unbedingt einen Arzt braucht, um sich ins Jenseits befördern zu lassen. Meine Güte. Da könnte man hierfür doch einen neuen Beruf aus dem Boden stampfen. Das Bisschen hantieren mit Barbituraten erfordert kein Medizinstudium. Oder muss er vorher Blutwerte und Unverträglichkeiten checken?
    Ich schlage vor: Sterbehelfer, die nach Akkordlohn bezahlt werden. So würden wir endlich auch dem Problem der Überbevölkerung etwas entgegensetzen.

  • Martin Wolkerstorfer

    @ Yasemin: Ich habe als Psychologe 8 Jahre an einer Psychiatrie gearbeitet.
    Dort hatten wir auch etliche Opfer misslungener Suizidversuche.
    Ich kann Ihnen sagen, das wollen sie nicht sehen. Die hatten alle schwere und schwerste Hirnschäden und waren nicht in der Lage, es nochmals zu versuchen.
    Verstehen Sie jetzt?

  • yasemin

    @ Martin Volkersdorfer: Doch, ich kann mir lebhaft vorstellen, was an einem Suizidversuch so alles schiefgehen kann.
    Mein Beitrag war ohnehin mit Augenzwinkern zu genießen. Aber es gibt, auch wenn ein Arzt beteiligt ist, große Probleme, die man nicht ignorieren kann. Beispielsweise ist die Trennung von assistiertem Suizid und aktiver Sterbehilfe nicht immer möglich. Auch bei ärztlich Assistiertem Suizid kann der Tod auf sich warten lassen. Der komatöse oder hirngeschädigte Patient kann dann leider nicht mehr von seinem Selbstbestimmungsrecht gebrauch machen und um eine weitere tödliche Dosis bitten.
    Die Frage ist, ob der Arzt dann aktiv handeln und was er tun müsste. In der Schweiz gab es einen solchen Fall.

    Ich sehe es weiters so, dass ein Arzt nicht töten darf. Dafür könnte man von mir aus den Berufszweig Todesassistenz ins Leben rufen. Nur aus formalen Gründen.

  • yasemin

    @ Martin Wolkerstorfer: Mir ist eben aufgefallen, dass ich Ihren Namen falsch geschrieben habe. So sorry.

  • Martin Wolkerstorfer

    @ yasemin: Soll nichts schlimmeres passieren! Trotzdem: sehr aufmerksam!