Blaue Zeilen für den Weisenrat

Zwei Minuten für Behinderteninteressensvertretungen

Integration:Österreich
Integration:Österreich

Morgen, Dienstag 29. August, haben die Interessensvertretungen für Menschen mit Behinderungen zwei Minuten Zeit, ihre Berichte über die Natur der FPÖ darzulegen. Integation:Österreich, vertreten durch Andreas Oechsner, Pressesprecher der ÖAR und Mag. Dorothea Brozek, Vetreterin der Selbstbestimmt Leben Initiativen SLI, skizziert am Thema der Schulischen Integration die Entsolidarisierung der Gesellschaft durch die Behinderten- und Bildungspolitik der FPÖ.

Behinderte Kinder und Jugendliche bekommen nach Jahren der erfolgreichen schulischen Integration den Stempel von Bildungs- und Sozialschmarotzern aufgedrückt.

Das bedingt seit geraumer Zeit eine gesellschaftliche Klimaänderung gegenüber Menschen mit Behinderung. Sie werden vermehrt verbal ausgegrenzt und offen diskriminiert. Nahrung erhält diese bedrohliche gesellschaftliche Änderung durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit der FPÖ Regierung. Bewusst pickt sie bestimmte Teilgebiete der Behindertenförderung heraus und behauptet, dass diese Gruppen überhöhte Leistungen vom Staat bekämen.

„An der Diskussion um die schulische Integration und dem freiheitlichen Bildungsprogramm lässt sich dieser behindertenfeindliche Kurs der FPÖ gut nachzeichnen“, meint Maria Brandl, Vorsitzende von Integration:Österreich. Der schulischen Integration, die 1993 für den Grundschul- und 1997 für den Bereich der Sekundarstufe I gesetzlich verankert wurde und jetzt die Weiterführung nach der 8. Schulstufe ansteht, droht ein massiver Rückschritt.

Durch die Argumentation der Individualisierung und durch besondere schulische Fördermaßnahmen versucht die FPÖ die Erfolge der Integration zu wiederlegen und als Luxus finanziell abgesicherter Sozialgesellschaften zu diffamieren. Ihr Bildungssprecher bezeichnet den integrativen Unterrichtsansatz als Einheitsbildung , in der die Hochbegabten vergessen würden, und diese deshalb zu Drogen greifen, an Depressionen leiden und oft den letzten Ausweg im Selbstmord sehen.

Zu allem Überdruss wird Integration als bloß human verkleidetes Schlagwort gesehen, unter dem ein gemeinsamer und für alle gleicher Unterricht erfolgt und daher Benachteiligungen bzw. Schädigungen in emotionaler, sozialer und kognitiver Hinsicht entstünden. Damit wird die Spaltung in die sogenannte Hochbegabten und Minderbegabtenförderung vollzogen, natürlich auf Kosten behinderter Schüler/innen.

Die natürliche Grenze der Integration wird proklamiert, wonach spätestens nach der integrativen Pflichtschulzeit, zur Sicherung der Wirtschaftsmacht und kulturellen Stellung und somit zum Wohle Österreichs, als erster Schritt, Schülerinnen mit Behinderungen für sogenannte berufsvorbereitende Qualifikationsmaßnahmen in die Sonderschule verwiesen werden. Ein Erlass des Finanzministeriums zur Berechnung der Planstellen für den Bereich der Sonderpädagogik führt zu massiven Einschränkungen von integrativ geführten Schulklassen.

„Diese Vorgangsweise der Schaffung von Feindbildern durch die FPÖ, hinlänglich bekannt aus der Ausländerdiskussion, lässt sich ohne weiteres auch auf ihre Bildungspolitik übertragen“, so Brandl. Denn „hier droht die Überfremdung der Bildungseliten und des Leistungsprinzips durch die schulische Integration. Die Dialektik ist dieselbe, das Erzeugen von Angst durch das Zeichnen von vorurteilsbeladenen Bildern über Menschen mit Behinderung aus der vermeintlich verarbeiteten Vergangenheit wirkt in der Bevölkerung allemal“.

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