Blick zurück: Kommentar zum Anschluss Österreichs an Deutschland im Jahr 1938

Im Rahmen der Erstellung der BIZEPS-Broschüre "wertes unwertes Leben" tauchte auch ein Mitteilungsblatt einer Behindertenorganisation auf.

Deckblatt der Zeitung der Krüppel aus dem Jahr 1938
Österreichische Krüppelarbeitsgemeinschaft

„Ein großes geschichtliches Ereignis von historischer Bedeutung, das alle deutschen Menschen freudig bewegt, hat sich in letzter Zeit in Deutschösterreich vollzogen und aus übervollem Herzen begrüßen wir den Zusammenschluß, die Wiedervereinigung Deutschösterreichs mit dem großen Deutschen Reiche.“

Dieses Zitat stammt aus dem Mitteilungsblatt „Der Krüppel“ der „Ersten österreichischen Krüppelarbeitsgemeinschaft“ aus dem Jahre 1938, die unter dem Motto „Arbeit nicht Mitleid“ stand.

Hoffnung

In dieser Stellungnahme sprechen sich die Autoren für den Zusammenschluss von Österreich und Deutschland aus, in der Hoffnung, ihre soziale und wirtschaftliche Lage würde sich zum Positiven wenden.

„Wir wissen, dass der geniale Führer Adolf Hitler im Reiche für jeden deutschen Volksgenossen Platz zum Leben geschaffen hat und so hoffen auch wir deutschösterreichische Körperbehinderte im besonderen auf eine Besserung unserer sozialen und wirtschaftlichen Lage …“

Welch tragische Konsequenzen der Anschluss für körperlich, geistig und psychisch beeinträchtige Menschen mit sich brachte, konnte nicht ansatzweise erahnt werden.

Massenvernichtung statt „mustergültige Einrichtungen“

Die erhofften „mustergültigen Einrichtungen hinsichtlich der Krüppelfürsorge im Deutschen Reich“ existierten nicht als Stätten zum besseren Wohlergehen, sondern dienten als Tötungsanstalten. Mit Kriegsausbruch, im Jahr 1939, begann der schreckliche Ausrottungsfeldzug gegen behinderte Menschen. Zu tausenden wurden diese abtransportiert und in „Euthanasie“- Anstalten gebracht und dort getötet.

Diese dramatischen Geschehnisse ereigneten sich vor rund 70 Jahren und doch hat das Thema nichts an Aktualität verloren. Gerade heute ist es von großer Bedeutung, diese furchtbaren Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufzuarbeiten, denn:

„Es gibt nichts, was Krieg erreicht hätte, das nicht besser ohne Krieg erreicht worden wäre.“ (Havelock Ellis)

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0 Kommentare

  • Das sollten wir niemals vergessen: „Es gibt nichts, was Krieg erreicht hätte, das nicht besser ohne Krieg erreicht worden wäre.“ (Havelock Ellis)

  • Es sieht so aus als wenn die heute Agierenden die Nachfolger/innen oder geklont wurden. Das meiste ist schwarz und braun, aber da bleibe ich lieder bei den Frau’n. Es konnte nur so weit kommen weil sich keiner vorstellen konnte das es wieder einen Hitler geben wird, mit Namen nicht aber mit dem selben System, die Kleinen von schwarz an die Wand drücken und dann abkassieren bis jeder für Almosen dankbar wird, eine Schüsselphilosophie nur heute beissen auch schon die kleinen Hunde wen man diese in eine Eck treibt. Sogar ein Pilz wird da von selbst giftig und erregt. Eine schöne Gruppe von Diebsmusketieren hat sich da die schwarze Riege aufgebaut, aber ohne Furcht und Tadel jetzt kommt zu Euch die Nadel, es wird Blut genommen und erforscht wo seid Ihr überall mit geschwommen. Es freut mich wenn man einen Armen Menschen nicht übersieht und hilft, aber solche Strizzi erwischen das erregt das Gerechtigkeitsgemüt besonders.