Buchinger: ORF in Verzug

Am 24. Februar 2011 wurde eine gemeinsame Pressekonferenz von Behinder-tenanwaltschaft, Österreichischem Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) und Österreichischem Gehörlosenbund (ÖGLB) abgehalten.

Lunzer, Höllerer, Buchinger, Huber -Pressekonferenz 20110224
BIZEPS

Unter dem Titel „Kein Bild, kein Ton!“ fand in der Österreichischen Mediathek Marchettischlössl eine Pressekonferenz über den noch immer nicht vorgelegten Etappenplan des ORF zum Ausbau der Barrierefreiheit statt. (Fotos von der Pressekonferenz)

„Der für Ende 2010 gesetzlich vorgeschriebene Plan zum weiteren Ausbau des barrierefreien Zugangs zu den Fernsehprogrammen einschließlich der Maßnahmen zur etappenweisen Umsetzung liegt bis heute noch nicht vor. Beim neuen Informations- und Kulturspartenprogramm (ORF Info Plus) ist Barrierefreiheit für blinde und gehörlose Menschen kaum ein Thema“, war der Presseeinladung der von der Behindertenanwaltschaft, dem Österreichischen Gehörlosenbund (ÖGLB) und dem Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) zu entnehmen.

Höllerer: Bisher nur Absichtserklärungen vom ORF

Der Präsident des ÖBSV, Mag. Gerhard Höllerer, begrüßte zuerst die Verbesserungen des ORF-Angebotes im Jahr 2010 und ging dann auf den fehlenden Etappenplan ein. Laut Gesetz hätte dieser bis 31. Dezember 2010 vorgelegt werden müssen; was nicht passiert ist.

Höllerer berichtet, dass es nur mündliche Gespräche gegeben habe und man noch immer auf den schriftlichen Etappenplan warte. Bisher habe man also „nur Absichtserklärungen“ gehört, doch er möchte einen „verbindlichen Etappenplan“ vorgelegt bekommen.

Besonders wichtig sind ihm die Hörfilme, verweist der ÖBSV-Präsident auf den Inhalt des zu erstellenden Etappenplans.

Huber: Bundesland heute muss untertitelt werden

Auch der Generalsekretär des ÖGLB, Ing. Lukas Huber, bestätigte, dass der ORF im Jahr 2010 Fortschritte erzielt und Erweiterungen seines Angebotes zum Ausbau der Barrierefreiheit für 2011 angekündigt hat.

Konkret werde beispielsweise die „Zeit im Bild 2“ Untertitel erhalten. Er verwies nochmals auf die Wichtigkeit der Bundesland heute-Sendungen und berichtete, dass der ORF es bisher abgelehnt hat, diese zu untertiteln. Es bedarf auch mehrerer Angebote von Sendungen mit Österreichischer Gebärdensprachen, so Lukas Huber bei der Pressekonferenz.

Auch ihm ist kein Etappenplan vorgelegt worden, obwohl die dafür im ORF-Gesetz festgeschrieben Frist (31. Dezember 2010) schon vorüber ist. Huber forderte auch, dass im Mediengesetz der Ausbau der Barrierefreiheit festgeschrieben wird.

Buchinger: „ORF ist in Verzug“

Der Behindertenanwalt, Dr. Erwin Buchinger, verwies auf die UN-Behindertenrechtskonvention und die darin vorgeschriebene Barrierefreiheit von Medien. Der ORF ist hier in Verzug, hielt er fest und kritisierte, dass es in Österreich noch wenig Kultur der Einbindung von Betroffenen gebe.

Er forderte eine Kampagne zur Korrektur des Bildes von behinderten Menschen in der Gesellschaft und schlug vor, die Presseförderung daran zu binden.

Reaktion des ORF

Der ORF hat bekanntgegeben, dass der Plan „dem ORF-Stiftungsrat nächste Woche gesetzeskonform zum Beschluss“ vorgelegt wird, berichtet der Standard.

Zur Forderung der Untertitelung der „Bundesland-Heute“-Sendungen meint ORF-Humanitarian Broadcasting-Sprecherin Christine Kaiser: „Mit der bisherigen Ausstattung ist es nicht möglich, neun Sendungen zeitgleich mit Untertiteln zu versehen.“

Damit wird dieser Etappenplan – frühestens – im März 2011 bekannt werden und anschießend erst vom ÖGLB und ÖBSV bewertet werden können.

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