Buchstaben, die Wörter für die Gesellschaft bilden. Ein Statement

Wir lesen sie in der Tageszeitung, in der Wochenzeitschrift, im Internet und wir hören und sehen sie im Fernsehen. Wörter wie etwa Inklusion, Diskriminierung, Gleichberechtigung, Menschenrecht, Behinderung und Selbstbestimmung.

Symbolbild: Sprache
BilderBox.com

Alfred Hitchcock hat einmal gesagt: „Alles beginnt in der Familie. Das fängt beim Rauchen an, geht über den Diebstahl bis hin zum Mord“.

So verhält es sich auch mit diesen Begriffen, denn „unsere“ (ich bin 1960 geboren) Mütter und Großmütter dachten an all diese Dinge wie Inklusion und Gleichberechtigung nicht.

Sie dachten daran, wie sie für ihre Kinder etwas zu essen bekommen. Sie dachten an Arbeit und Überleben in ihren, eigenen, kleinen Systemen. Die „Gesellschaft“ war zu groß und weit, um sie als ganze in Blick nehmen und berücksichtigen zu können.

Und unsere Väter und Großväter waren zum einen Kanonenfutter, zum anderen Nazi-Roboter. (Der vehemente Vorteil von Robotern ist: sie hinterfragen nicht. Wie es diese destruktive Ideologie geschafft hat, so viele Roboter zu erzeugen, ist eine andere Geschichte) Und wenn sie es nicht waren, beschäftigten sie sich mit dem Widerstand und/oder dem Exil.

Und nach dem Krieg?

Da waren alle mit dem Wiederaufbau und dem Wirtschaftsaufschwung beschäftigt. Er prasselte ab den 50er Jahren über sie herein, wie die Bomben davor. Was heute gut war, war morgen noch besser.

Plötzlich hieß es nicht mehr kochen, denn viele Meister wie Dr. Oetker und IGLU übernahmen das. Es hieß nicht mehr zu Fuß gehen, denn der VW-Kleinwagen für die ganze Familie brachte sie überall hin. Dafür musste aber gearbeitet werden und es gab plötzlich Jobs!

Wer also hätte uns Werte wie Selbstbestimmung oder Inklusion vermitteln sollen? Die Prioritäten lagen ganz wo anders.

Und heute?

Wie wahrscheinlich andere auch, stelle ich meinen Vorfahren und mir immer wieder die sinnlose Frage: Warum habt ihr das alles zugelassen? Unsere Kinder und Enkelkinder werden uns dieselbe Frage stellen, mit dem Unterschied, dass sie viel breiter gefächert ist.

Wenn sie es nicht jetzt schon tun, werden sie uns irgendwann in etwa fragen:

  • Warum habt ihr nicht viel mehr Verantwortung für die Umwelt getragen?
  • Warum habt ihr den Hunger auf der Welt zugelassen?
  • Warum habt ihr so viel geredet, statt zu handeln?
  • Warum? Warum? Warum?

(Weiterführende Lektüre von Christine Nöstlinger „Nagle einen Pudding an die Wand„)

Aber sie sollen uns nie fragen können, warum wir Menschen mit Behinderung diskriminiert haben, warum wir nicht alle gleich behandelt haben oder warum wir die Menschenrechte missachtet haben.

Deswegen können wir nicht oft genug lesen, hören oder sehen von Begriffen wie Inklusion, Diskriminierung, Gleichberechtigung, Menschenrecht, Behinderung und Selbstbestimmung.

Wir, unsere Kinder, unsere Enkelkinder und alle anderen in unserer Gesellschaft.

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