Buchtipp: Herr Krähe muss zu seiner Frau

Roman von Rachel van Kooij für Bücherwürmer ab 9.

Buch: Herr Krähe muss zu seiner Frau
Jungbrunnen

Der elfjährige Max, der Ich-Erzähler, hat den Auftrag, auf seinen siebzehnjährigen Bruder Leo aufzupassen. Er ist der „gute große kleine Bruder“, wie seine Eltern ihn nennen. Leo hat Lernschwierigkeiten.

Ein ungleiches Brüderpaar. Ein gemeinsames Ziel.

Als die beiden beim Frühstück Zeugen des Kamikazeflugs eines Kolkraben gegen das Küchenfenster werden, beginnt ein ungewöhnliches Abenteuer. Leo ist sofort klar, „Herr Krähe muss zu seiner Frau.“ Schließlich hat Herr Krähe ja einen Ring. Max nennt das Ziel anders: die Rabenforschungsstation. Es beginnt ein spannendes, manchmal auch gruseliges Abenteuer.

Humorvoll, spannend, respektvoll – ganz ohne Mitleid, ohne rosarote Brille

Die Autorin bringt ihre Leserinnen und Leser immer wieder herzlich zum Schmunzeln. Ihr Respekt und ihr liebevoller Blick kommt ohne rosarote Brille aus. Das ist bei diesem Thema alles andere als selbstverständlich.

Die folgenden drei Ausschnitte geben davon einen guten Eindruck:

„Aber dann fiel mir ein, dass Leo nicht zu Fuß gehen will und dass wir deshalb eine Nichtwanderfamilie geworden waren. Einen Augenblick lang dachte ich auch, wie viele andere schöne Sachen ich deshalb noch nicht gesehen hatte und wie unfair das eigentlich war. Aber diesen Gedanken schob ich sofort wieder weg. Wenn ich nämlich so anfange zu denken, macht mich das traurig und ja, auch ein bisschen wütend. Ganz hinten in meinem Hirn, wie in einem verbotenen Schrank in der dunkelsten Ecke des Dachbodens, verstaue ich solche Gefühle.“

„In meinem Kopf schallte jetzt Mamas fragende Stimme in abgehackten, vorwurfsvollen Sätzen: ‚Wo hast du Leo gelassen? Wie oft haben wir das besprochen … Du musst auf ihn achten. Du kannst ihn nicht … Du solltest …‘“

„‘Ihr hättet mir nicht glauben dürfen. Ihr hättet wissen müssen, dass ich es nicht kann‘, brüllte ich in den Wald hinein. ‚Und ich will es nicht mehr. Hört ihr! Ich will es nicht mehr! Ich bin erst elf! Ich bin in Wahrheit der kleine Bruder, der KLEINE.‘“

Ob es den beiden Abenteurern gelingt, Herrn Krähe nach Hause zu bringen?

Das wird hier natürlich nicht verraten …

Vielleicht entdeckt Max aber etwas ganz Unerwartetes, mindestens genauso Wichtiges:

„Was dachte ich eigentlich über Leo? Bis heute früh hatte ich genau gewusst, wer mein Bruder war. Jedem Fremden konnte ich Leo beschreiben mit einer Reihe von wohlüberlegten ‚Nicht-Sätzen‘: Er kann nicht so gut denken. Er kann nicht so gut lernen. Er ist nicht so erwachsen, wie er sein sollte. Er kann nicht lesen, nicht rechnen. Nicht, nicht, nicht … Aber jetzt? Alle diese ‚Nichts‘ hatten uns nicht bis hierher gebracht.“

Mögliche Ergänzung

Eine einzige Kleinigkeit könnte das Lesevergnügen noch steigern. Der Text enthält vereinzelt schwer zu verstehende Begriffe – nicht nur für 9-Jährige (zum Beispiel „Gesundheitsbulletin“ oder „sakrosankt“). Diese könnten leicht im dafür vorgesehenen Verzeichnis ergänzt werden. Dieses „Glossar“ (auch ein schwieriges Wort) „übersetzt“ Wörter, die nur in Österreich gebräuchlich sind, für die Leserinnen und Leser aus anderen deutschsprachigen Ländern.

Meine Einschätzung

Absolut empfehlenswert für Bücherwürmer von 9 bis 99!

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Ein Kommentar

  • Wäre schön, wenn das Werk auch in einer Blindenhörbücherei aufgesprochen werden könnte.