Inklusive Pädagogik

Buchtipp: Inklusive Pädagogik

Beiträge zu einem anderen Verständnis von Integration; Pädagogische Reihe: Inklusive Pädagogik

Ausgehend vom angloamerikanischen Raum entwickelte sich „Inclusion“ ab Ende der 80er Jahre nach und nach zum pädagogischen Fachbegriff und gewann seit der, von der UNESCO-Kommission einberufenen Salamanca-Konferenz 1994 zunehmend an internationaler Bedeutung.

Im vorliegenden Buch finden sich eine umfangreiche theoretische Auseinandersetzung sowie praktische Erläuterungen zu verschiedenen Themenbereichen im Zusammenhang mit dem Inklusionskonzept in der Pädagogik.

Das Buch umfasst Beiträge von 29 AutorInnen aus dem deutschsprachigen Raum und behandelt im Anschluss an Definition und Deskription Inklusiver Pädagogik Themenbereiche, wie

  • Historischer Ansatz und Rückblick
  • Welt- und Menschenbild(er)
  • Erfahrungsberichte aus der Praxis
  • Didaktische Ansätze
  • Vorraussetzungen, Standards und Qualitätskriterien
  • Unterricht in altersheterogenen Lerngruppen
  • Alternative Leistungsbeurteilung
  • Inklusion auf der Sekundarstufe
  • Inklusion in der Aus- und Weiterbildung
  • Beiträge zur Notwendigkeit der Inklusion aus Sicht betroffener Menschen

Inklusive Bildung als Grundrecht, ethische Verpflichtung, kulturelle und soziale Notwendigkeit

Inklusion will nicht gleichmachen, nicht nivellieren, sondern die vielfältigen Formen menschlichen Seins fördern. Die wichtigsten Prinzipien inklusiven Unterrichts bestehen darin, Unterrichtsvoraussetzungen herzustellen und zu gewährleisten, die alle Schülerinnen und Schüler in den gemeinsamen Unterricht einschließen und gleichberechtigt daran teilhaben lassen – Inklusion stellt sich bewusst der Herausforderung der Heterogenität.

Inklusive Pädagogik geht von Grund auf von der Annerkennung des Individuums und von der Beachtung der Individuallage des einzelnen Kindes aus. Ein Ausgang von diesen Grundwerten verlangt auch die Bereitstellung verantworteter Hilfestellung zur individuellen Entwicklung in Form entwicklungsbegleitender Maßnahmen.

Die Umsetzung von Inklusion fordert den grundsätzlichen politischen Willen und die dadurch erleb- und lebbare gesellschaftliche Haltung von einer aussondernden Denk-, Lebens- und Handlungsweise in unserer Gesellschaft weg, hin zu einem Bewusstsein, das die Verschiedenheit aller Menschen als bereichernden Wert erkennt, akzeptiert, respektiert und gesetzlich absichert.

Eine inklusive Schulkultur wird getragen von dem Vertrauen in die Entwicklungskräfte aller Beteiligten und dem Wunsch, niemanden je zu beschämen. In einer Kultur, in der respektvoller Umgang miteinander gelebt wird, kann sich auch der Einzelne des respektvollen Umgangs bezüglich seiner selbst sicher sein.

Martin Buber sagt in seinem Dialogischen Prinzip über das Verhältnis zwischen Ich und Du, dass der Mensch am Du zum Ich wird. Diesen Satz erweitert Georg Feuser, indem er feststellt: „Der Mensch wird zu dem Ich, dessen Du wir ihm sind!“ Der Mensch ist kein dem einzelnen Individuum innewohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist das menschliche Wesen das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Der vorliegende Band „Inklusive Pädagogik“ umfasst theoretische Ausführungen und praktische Erläuterungen hinsichtlich des Inklusionskonzeptes, „das sich als ein Bildungskonzept entwirft, in dem der Heterogenität des Menschseins unter Einbezug individueller Komponenten und der Sozialität seines Daseins entsprochen wird“. Erschienen ist der Band im Rahmen der pädagogischen Reihe der Edition Insatz VerlagsGmbH, die zu aktuellen Themen im Bildungsbereich publiziert.

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