Buchtipp: Pflegegeld in Europa

herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Wien, März 1993

Ansicht eines offenen Buches
BilderBox.com

Mit diesem Band werden zwei Manuskripte publiziert, die sich beide auf den Problemkreis „Pflegegeld“ konzentrieren.

Zum einen handelt es sich um einen Abschlußbericht einer Forschungsstudie (Auftraggeber BMAS), der vergleichbare Regelungen in Europa beinhaltet, zum anderen finden sich in diesem Band Ergebnisse einer ExpertInnentagung im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts „Payment for Care“ (Vergütungen für Pflegeleistungen) vom 4. – 7. Juli 92 in Wien.

Untersucht wird in beiden Bereichen vor allem die Entwicklung von öffentlichen Geldleistungen.

Besonders interessant sind die Passagen, die die skandinavischen Länder betreffen. Interessant deswegen, weil die Betroffenen hier wirklich lebbare Alternativen finden können. So sind die ausdrücklichen Reformziele der nordischen Staaten die weitere Dezentralisierung und De-Institutionalisierung.

In Dänemark z. B. dürfen laut Gesetz seit 1987 keine weiteren Heime gebaut werden und alle bestehenden werden aufgelassen, bzw. in kleine Einheiten umstrukturiert.

Das Modell der Persönlichen Assistenz,

welches sich in Dänemark, Finnland und einigen Gemeinden Schwedens findet, ist auf eine besondere Zielgruppe ausgerichtet. Es handelt sich um Direktzahlungen an behinderte Personen, die Anspruch auf bis zu 24 Stunden Heimhilfe haben.
Wenn die Gemeinde diese – gesetzlich garantierten – Dienste nicht bereitstellen kann, können Geldleistungen ausbezahlt werden, um die Ausgaben für persönliche Assistenz zu decken.

Wenn man Österreich dazu vergleicht, dann heißt hier die „Alternative“ Heim. Abgesehen davon, daß es keine gesetzlich garantierten Dienste gibt, ja geschweige denn qualitative Mindeststandards.

Voraussetzung für das dänische Modell ist,

daß die behinderte Person in der Lage ist, das Geld und die mit der Auswahl, Schulung und Anstellung persönliche Assistenzkräften verbundene Aufgabe zu erfüllen. Der Großteil der rund 4000 BezieherInnen dieser Leistung in Dänemark ist daher im erwerbsfähigen Alter. Diese relativ kleine Gruppe hilfebedürtiger Personen werden z. T. erhebliche Gelder zugänglich gemacht, um ein möglichst „normales“ Leben führen zu können.

Berufstätigen Eltern wird in Dänemark eine Einkommensersatzleistung für die Pflege schwerbehinderter Kinder gewährt, die sich am jeweiligen Krankengeld mißt, allerdings das Monatsgehalt einer Heimhilfe nicht übersteigt. Auch für die Pflege schwerkranker Kinder bis zum 14. Lebensjahr gilt diese Regelung. Die klare Unterscheidung zwischen Krankheit und Behinderung fällt hier wohltuend auf.

Dieses Buch bietet den LeserInnen die Möglichkeit, europäische pflegebezogene Geldleistungen zu vergleichen.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.