Buchtipp: Weder Küsse noch Karriere

Sigrid Arnade, Fischer Taschenbuch

Ansicht eines offenen Buches
BilderBox.com

Ein vielsagender Titel, den viele im Zusammenhang mit dem Untertitel „Erfahrungen behinderter Frauen“ sofort verstehen und nachvollziehen können. Tatsächlich müssen behinderte Frauen auch heute noch gegen mehr Diskriminierungen ankämpfen als ihre Geschlechtsgenossinen.

Schon bei nichtbehinderten Mädchen wird der Ausbildung nicht soviel Aufmerksamkeit geschenkt wie z. B. den Knaben, die Chancen am Arbeitsmarkt sind daher für Frauen von Anfang an geringer.

Bei behinderten Frauen kommt zu dem „Makel“ Frau noch der „Makel“ der Behinderung dazu. Diese Benachteiligungen auszugleichen verlangt von den behinderten Frauen besonders hervorragende Leistungen, die Karriere ist dadurch allerdings noch lange nicht garantiert.

Und wie schaut es mit den Küssen aus?

Nichtbehinderte Frauen haben vielleicht die Entscheidungsmöglichkeit Beruf oder Familie, für behinderte Frauen heißt es hingegen oft „weder – noch“. Die Chancen auf dem „Heiratsmarkt“ sind schlecht, viele behinderte Frauen werden als geschlechtslose Neutren angesehen. (Vergleiche z. B.: Ewinkel C, G. Hermes: Geschlecht: behindert, besonderes Merkmal: Frau; München 1986)

Nur wenige behinderte Frauen erfüllen das gängige Schönheitsideal, die Rolle der Hausfrau und Mutter kann vielleicht nicht 100 % erfüllt werden, die Möglichkeit einer Partnerschaft ist dadurch geringer.

So könnte das Bild der behinderten Frau in unserer Gesellschaft kurz charakterisiert und geschildert werden. Und trotzdem – es ist ein positives, optimistisches Buch in dem zwölf Frauen unterschiedlichen Alters, Bildung, Herkunft und Behinderung aus ihrem Leben berichten.

Der Autorin gelingt es, die Kraft und den Optimismus den die Frauen ausstrahlen in dem Buch zu transferieren und den LeserInnen zu übermitteln.

Es sind keine vom Schicksal bevorzugten „Herzeigebehinderten“, nein ganz „normale“ Frauen denen es aus eigener Kraft und mit Unterstützung anderer gelungen ist die oben dargestellten Benachteiligungen zu überwinden und einen, für sie optimalen, Weg zu finden.

Ein optimistisches Buch, das Mut macht, Spaß macht beim Lesen und durchaus auch für Männer geeignet ist.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.