49. Woche 2025 – Bushaltestelle in Kuala Lumpur mit taktiler Türfindung
Dieses Foto aus Kuala Lumpur, Malaysia zeigt eine Bushaltestelle. Die schwarzen Metallsteher lassen laut unserem Leser auch blinde Menschen erkennen, …
"Ingegration:Österreich (I:Ö) - ungehindert behindert" hat am 24. Februar 2005 die BürgerInnen-Initiave zur "Rechtlichen Absicherung integrativer (Aus)-Bildungsangebote für behinderte Jugendliche ab der 9. Schulstufe Sekundarstufe II" eingebracht.
Genau ein Jahr danach, am 24. Februar 2006 wurde sie im Unterrichtsausschuss behandelt – und vertagt. Damit liegt die Öffnung der Sekundarstufe II für Jugendliche mit Behinderungen nach wie vor in der politischen Warteschleife.
Für Betroffene heißt es in punkto Recht auf Bildung damit weiterhin „bitte warten“. „Im Jahr des Inkrafttretens des Behindertengleichstellungsgesetzes eine schiefe Optik“, bedauert I:Ö-Vorstandsvorsitzende Irmgard Kurz, „und außerdem eine harte Geduldsprobe für jene engagierten ÖsterreicherInnen, darunter viele Eltern behinderter Kinder, die diese Initiative unterschrieben haben.“
Immerhin 5500 Unterschriften wurden am 23. Februar 2005 von der Elterninitiative Ingegration:Österreich an den Präsidenten des Nationalrats, Dr. Andreas Kohl übergeben.
Außer der Rückmeldung, dass die BürgerInnen-Initiative dem Unterrichtsausschuss zugewiesen wurde, ist ein ganzes Jahr lang nichts passiert.
Ob nach der Vertagung letzte Woche ein weiteres Jahr verstreichen muss, bis das Thema den Sprung auf die Tagesordnung des Ausschusses schafft, wird der politische Wille zeigen.
Dabei ist die Öffnung der Sekundarstufe II für Kinder und Jugendliche mit Behinderung – wie auch für alle anderen dieser Altersgruppe – entscheidend für deren Chancen auf Selbstbestimmung und -verwirklichung.
Die Möglichkeiten dazu sind derzeit sehr begrenzt. Der momentan einzige Weg für gemeinsame Weiterbildung ALLER Jugendlichen ist der Besuch eines Polytechnikums. Und auch das funktioniert nur über einen Schulversuch.
„Zudem ist diese Schulform schon allein durch ihre begrenzte Anzahl ressourcenmäßig überfordert“, verweist Irmgard Kurz auf die logistische Seite des Problems, „vom Wunsch nach einem möglichst breiten Angebots-Spektrum an Aus- und Weiterbildung, das durch diesen Schultyp nicht abgedeckt werden kann, ganz zu schweigen!“
Seit September 2003 besteht für Jugendliche mit Behinderung zwar die Möglichkeit, im Rahmen der integrativen Berufsausbildung eine Teilqualifizierungslehre zu absolvieren, dies kommt aber nur für einen Teil der Jugendlichen in Frage. Um gleiche Chancen für alle zu verwirklichen, braucht es auf Sekundarstufe II eine generelle Öffnung aller allgemein- und berufsbildenden höheren Schulen, Landwirtschaftliche Schulen eingeschlossen.
Die Elterninitiative Ingegration:Österreich betrachtet für Jugendliche mit Behinderung verschlossene Türen in allgemein- und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (Sektion II) als Verstoß gegen das in der österreichischen Verfassung festgeschriebene Benachteiligungsverbot.
Wie verlautet ist, wollen die Abgeordneten in den nächsten Wochen intensive Gespräche führen, um einen gemeinsamen Entschließungsantrag einbringen zu können.
Um die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen und in Folge die Qualität zu sichern, wäre Bildungsministerin Elisabeth Gehrer jedenfalls gefordert, einen entsprechenden Schulversuch zu veranlassen. Der politische Wille lässt sich bisher leider Zeit. Unsere Jugendlichen mit Behinderungen haben diese – gerade in punkto Bildung – nicht.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Dieses Foto aus Kuala Lumpur, Malaysia zeigt eine Bushaltestelle. Die schwarzen Metallsteher lassen laut unserem Leser auch blinde Menschen erkennen, …