Bundestag-Satire bei extra 3 im Kasten

Ein TV-Team des Norddeutschen Rundfunks drehte heute vor dem Reichstag in Berlin für das morgen wieder erscheinende Magazin extra 3.

Raul Krauthausen im Interview und Rollis vor Bundestag
Sozialhelden

Mit Raul Krauthausen, der zur Veranstaltung „Menschen mit Behinderungen im Deutschen Bundestag“ am 2. und 3. Dezember eingeladen und wieder ausgeladen worden war, wurden 25 empörte Frauen und Männer im Rollstuhl zu Mitwirkenden an Deutschlands einziger Satiresendung im Fernsehen.

Für Krauthausen und die anderen ist der eigentliche Skandal der peinlichen Ausladung von 300 Menschen mit Behinderungen (weil zu viele im Rollstuhl kommen wollten), dass mit der Verschiebung der Veranstaltung auf das nächste Jahr der Einladungsmodus geändert werden soll, damit nicht wieder 100 Rollis „auf der Matte stehen“.

Sollte der Bundestag an dieser Idee festhalten, so die Meinung der heute vor dem Reichstag Versammelten, müßten Rollstuhlfahrer schon aus Solidarität mit anderen, die dann „draußen vor der Tür“ bleiben, die Einladung ablehnen.

Berlins früherer Landesbehindertenbeauftragter Martin Marquard kann nicht verstehen, warum behindertenpolitische Sprecher beziehungsweise Sprecherinnen im Bundestag und der Beauftragte der Bundesregierung die blamable Absage der Veranstaltung zum Welttag der Behinderten abgenickt haben.

Gegenüber kobinet verwies er auf die Berliner Bauordnung, an der er noch mitgewirkt hat: „Darin haben wir geregelt, wie zu verfahren ist, wenn mehr Rollstuhlfahrer als üblich zu einer Veranstaltung erwartet werden und ihre wie auch die Sicherheit der anderen Veranstaltungsteilnehmer mit wesentlich mehr Personal gewährleistet werden muss.“

Als das Team von extra 3 ihren Dreh im Kasten hatte, skandierten die Rollis aus Berlin, Cottbus, Ratzeburg und Stuttgart vor dem vergatterten Reichstag: Wir wollen hier rein!

Update: Hier kann man die Sendung auf Youtube nachsehen.

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