Bunt ist schöner: Poster für Diversität und Inklusion von Kassandra Ruhm

Sie zeigen Menschen in verschiedenen Lebenssituationen. Zu sehen sind Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und Herkunft.

Hauptsache, alle sehen gleich aus. / bunt ist schöner
Kassandra Ruhm

Nach dem Motto „Nichts über uns, ohne uns“ startete Kassandra Ruhm ein Posterprojekt über Inklusion und Diversität. Ein Jahr lang soll es jede Woche ein neues Poster geben. Diese gibt es dann nicht nur im Internet, sondern auch an zentralen Orten in Bremen.

Die Idee kam praktisch über Nacht

Die Initiatorin des Projekts, Kassandra Ruhm, ist seit vielen Jahren Teil der emanzipatorischen Behindertenbewegung. In einem Interview erzählt sie BIZEPS, wie es zu diesem Projekt kam.

„Eines Nachts kam mir plötzlich die Idee, eine Serie von gesellschaftspolitischen Postern zu machen. Darauf sollten Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen zu Wort kommen, die im gesellschaftlichen Blick manchmal zu wenig berücksichtigt werden. Ich finde, dass es viele Parallelen zwischen unterschiedlichen Diskriminierungsformen gibt. ‚Schwul’ wird auf Schulhöfen genauso als Schimpfwort verwandt, wie ‚Spasti’ oder ‚behindert’.

(Scheinbar) muslimische Menschen erleben manchmal, auf ein einziges Merkmal, nämlich ihre Religion reduziert zu werden und daraufhin eine Reihe von Eigenschaften, Verhaltensweisen und Meinungen zugeschrieben zu bekommen. Andere Eigenschaften oder Gruppenzugehörigkeiten treten hinter der (vermeintlichen) Zugehörigkeit zum Islam zurück.

Wenn vielleicht auch nicht ganz so ausgeprägt und mit anderer Geschmacksrichtung, habe ich als Rollstuhlfahrerin oft Ähnliches erlebt. Häufig werden mir Eigenschaften zugeschrieben, die wenig mit mir zu tun haben. ‚Hilflos’ bin ich zum Beispiel selten, wenn Fremde anwesend sind. Erwartet wird es hingegen regelmäßig von mir. Ob ich lesbisch bin oder nicht, spielt allerdings kaum noch eine Rolle. Zugehörig soll ich in der Gruppe ‚behindert’ sein.

Von schwarzen Freund_innen und Bekannten habe ich ähnlich wie von vielen behinderten Menschen gehört, dass ihre beruflichen Kompetenzen und ihre Fähigkeiten beizeiten ausgeblendet oder sie als weniger klug angesehen wurden.

Um nur ein paar der Parallelen zwischen den verschiedenen Gruppen zu benennen. Außerdem denke ich, dass wir alle zusammengehören. Deshalb wollte ich gerne ein gemeinsames Projekt machen.“

Ihre Fotomodels hat Kassandra Ruhm in ihrem, wie sie selbst sagt, sehr bunten Umfeld gefunden. Sie wünscht sich, dass sehr viele Menschen ihre Poster teilen und weiterleiten. Noch wichtiger ist ihr aber: „Am meisten wünsche ich mir natürlich, dass die Poster helfen, Vorurteile abzubauen und Missstände zu verbessern. Dass sie Menschen die Lebenssituation von anderen vertrauter und dadurch den Umgang miteinander angenehmer machen. Ich habe mir eine Menge Arbeit mit dem Projekt gemacht, weil ich möchte, dass meine Poster mithelfen, unsere Gesellschaft fairer, bunter und schöner zu machen.“

Seit 1. Mai 2017 stehen die Poster auf der Homepage von Kassandra Ruhm zum Download bereit. (Siehe auch auf Facebook)

Wenn man in der Nähe von Bremen lebt, ist es auch möglich, die Poster bei Kassandra Ruhm direkt abzuholen.

Mit einem Porto von 6 Euro können die Poster auch zugeschickt werden. Selbstverständlich sind mit dem Projekt nicht nur Menschen aus Bremen oder Deutschland angesprochen. Jede und jeder, die oder der Internetzugang hat, kann die Poster herunterladen, drucken lassen und aufhängen. Bis jetzt wurden schon über 20 Poster im Raum Bremen aufgehängt.

Wer mitmachen will, braucht einen gut sichtbaren Platz für die 2-wöchentlich wechselnden DIN A 2-Poster und eine kurze Information über das Projekt. Es ist auch möglich, die Poster am Ende des Projektjahres zusammen als Ausstellung zu zeigen. Das Projekt dauert vom Mai 2017 bis Mai 2018.

Falls Sie Interesse haben mitzuhelfen, steht Ihnen Kassandra Ruhm unter mail@kassandra-ruhm.de zur Verfügung.

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