Sterbehilfe

Caritas und Hospizdachverband: Gegen Legalisierung der Sterbehilfe

Appell an Abgeordnete zum Europarat

Voraussichtlich übermorgen, am 27. April, wird sich der Europarat neuerlich mit der Vorlage des Schweizer Abgeordneten Dick Marty zur Euthanasie befassen. Aus diesem Grund haben die Vorsitzende des Dachverbandes Hospiz Österreich, Sr. Hildegard Teuschl, und der Wiener Caritasdirektor Michael Landau an die österreichischen Abgeordneten per Brief appelliert, „sich gegen die Bestrebungen zur Legalisierung der Sterbehilfe zu wenden“ und sich dafür einzusetzen, „dass an der Empfehlung 1418/99 vom 25. Juni 1999 festgehalten wird, die sich eindeutig gegen jede aktive Sterbehilfe ausspricht.“

Diese Empfehlung, die sich auf Art. 2 der Menschenrechtskonvention von 1950 stützt, wurde damals von Österreich eingebracht und mit überwältigender Mehrheit angenommen. In ihrem Brief schreiben Landau und Teuschl, „sollte – entgegen dieser Empfehlung – in Hinkunft so wie in den Niederlanden und in Belgien in gewissen Fällen die Tötung durch Ärzte erlaubt werden, würde das – nach Schätzungen von ExpertInnen – für Europa 200.000 Euthanasietote pro Jahr bedeuten!“

Landau und Teuschl in ihrem Appell an die Abgeordneten: „Die Vorlage Dick Martys ist eigentlich ein Minderheitenpapier. Sie wurde im Sozialausschuss am 17.12.2004 von nur 11 Abgeordneten (19 anwesende von 82 Mitgliedern) angenommen, sodass es sehr wichtig ist, dass diesmal möglichst viele Abgeordnete an der Sitzung teilnehmen und entsprechend abstimmen und sich auch in dem oben beschriebenen Sinn zu Wort melden.

Gefährlich an dem Bericht ist vor allem, dass Marty zwar jedem Patienten das Recht zuspricht, darüber zu entscheiden, was mit seiner Person geschieht, es findet sich aber keine Passage, dass dieses Recht dort seine Grenze hat, wo es um Tötung durch die Hand eines anderen geht.

Caritas und HOSPIZ ÖSTERREICH setzen sich dafür ein, dass die Lösung nicht in Straffreiheit für aktive Sterbehilfe, sondern in optimaler Lebensbegleitung für Sterbende durch den Ausbau von Hospizarbeit und Palliativmedizin geschieht.“

In ersten Reaktionen haben die Abgeordneten Michael Spindelegger (ÖVP) und Mag.a Gisela Wurm (SPÖ) bereits für ihre Fraktionen die Unterstützung des Anliegens von Dachverband Hospiz und Caritas zugesagt. Der Volltext des Schreibens finden Sie im Internet.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • @Joe: Die die selbstbestimmt sterben wollen, haben aufgehört selbstsestimmt leben zu wollen. Nehmen wir uns das Leben …

  • Die einen sagen: „Ich will selbstbestimmt leben!“ Die anderen sagen: „Ich will selbstbestimmt sterben!“ Warum behindern wir uns eigentlich gegenseitig?

  • ich habe ganz für mich entschieden, dass ich niemals künstlich am leben gehalten werden möchte durch maschinen welcher art auch immer und mit schmerzmitteln, welcher art auch immer, und ich finde es einfach schlimm, dass man für beihilfe zum „selbstmord“ wie ein mörder bestraft wird. ich finde, dass hier zugunsten der schwerst leidenden, die hoffentlich wärend besserer zeiten eine verfügung getroffen haben im gesetz etwas geändert werden sollte.

  • Die Schönstatt-Bewegung in Deutschland und Österreich überreicht am Mittwoch 50.000 Unterschriften gegen die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe.