Caritas Wien: Inklusion statt „Restkinder“

Im 19. Wiener Gemeindebezirk betreibt die Caritas Wien die Schule "Am Himmel". Seit Schulbeginn September 2015 ist dort Inklusion angesagt. Ein Zwischenbericht.

Caritas-Schule Am Himmel
Caritas

Die Caritas betreibt seit Jahrzehnten erfolgreich die Schule „Am Himmel„.

Am 28. Oktober 2015 präsentierte die Caritas Wien die bisherigen Schritte in der Umwandlung der Sonderschule zu einer inklusiven Schule.

„Wir sind unserem Ziel, eine vollinklusive Schule hier am Himmel umzusetzen, wieder ein großes Stück näher gekommen“, hält Mag. Klaus Schwertner, Geschäftsführer bei Caritas Wien, per Mail an BIZEPS fest.

Die Caritas sieht die Erweiterung der Schule „Am Himmel“ als wichtiges Zeichen der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft insgesamt.

„Das mag hochtrabend klingen, ist aber unser voller ernst. Denn Menschen, die gewohnt sind, von Kindheit an gemeinsam das Leben zu gestalten, werden sich ausgrenzenden Tendenzen vermehrt entgegenstellen“, zeigt sich Schwertner überzeugt.

Eine Schule für alle ist möglich

Das Motto in der Schule lautet daher: So selbstständig wie möglich und so behütet wie nötig.

„Dahinter steht auch die Überzeugung, dass es keine ‚Restkinder’ gibt und dass es letztlich – als Ziel – keine ‚Restkinderschulen‘ im österreichischen Bildungssystem mehr geben soll“, ergänzt der Caritas-Geschäftsführer und führt aus: „Ein solch richtiges und wichtiges Bekenntnis bleibt jedoch nutzlos und inhaltsleer, wenn man es nicht mit Leben erfüllt. Wir wollen hier den Beweis antreten: Eine Schule für alle ist möglich.“

Skepsis und Widerstand gewichen

In der Anfangsphase der Umstellung gab es zum Teil Skepsis und Widerstand seitens der Eltern und des Lehrpersonals. Manche haben die Schule verlassen und suchten sich eine andere Schule gesucht. „Die Ängste waren unbegründet“, zitiert der ORF nun im Oktober 2015 Jutta Sobolak, die Obfrau des Elternvereins „Am Himmel“.

Die ursprünglich erst für das Schuljahr 2016/2017 geplante Umstellung konnte aufgrund einiger glücklicher Umstände sogar schon auf das heurige Jahr vorgezogen werden.

Der Start der inklusiven Schule im September 2015 verlief laut Caritas erfolgreich. Die nächsten Schritte sind schon geplant. Beispielsweise soll die Anzahl der Schülerinnen und Schüler am Standort erhöht werden.

Inklusion statt Aussonderung

Spätestens seit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist klar, dass der Weg in Richtung Inklusion geht.

„Wir versuchen dort, wo es uns möglich ist, selbst an einer barrierefreien Gesellschaft mitzuarbeiten“, hielt Präsident Dr. Michael Landau im Vorjahr auf BIZEPS-Anfrage fest.

In einem ausführlichen Interview im Juni 2014 hat Mag. Klaus Schwertner, Geschäftsführer bei Caritas Wien, dargelegt, welche Überlegungen hinter dieser Weiterentwicklung stehen.

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0 Kommentare

  • Daumen hoch! Eine erfreuliche Entwicklung, die Schule machen sollte. ;-)

    So Nebenbei: eine Kategorie „vollinklusiv“ sollte dann doch eher nicht eingezogen werden, denn eine halbe Inklusion ist voll daneben! Inklusion ist unteilbar, es darf keinen Rest geben. Inklusion genügt!