Chancenungleichheit aufheben durch Umsetzung der inklusiven Schule

Die Lebenshilfe Österreich sieht sich erneut in ihrer Forderung nach einem durchlässigen und inklusiven Schulsystem von der Pflichtschule bis zur Oberstufe bestätigt.

Germain Weber
Lebenshilfe Österreich

Die im Nationalen Bildungsbericht genannte Chancenungleichheit trifft Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung mit voller Härte, kritisiert heute die Lebenshilfe Österreich.

„Das österreichische Bildungssystem benachteiligt Menschen mit Beeinträchtigungen massiv: Frauen und Männer mit Beeinträchtigungen erreichen deutlich häufiger als nichtbehinderte Personen nur einen Pflichtschulabschluss“, betont Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber.

Die Lebenshilfe Österreich sieht sich erneut in ihrer Forderung nach einem durchlässigen und inklusiven Schulsystem von der Pflichtschule bis zur Oberstufe bestätigt. „Das jetzige Modell mit Regelschulen und Sonderschulen widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention – kein Kind darf wegen einer Beeinträchtigung aus der Regelschule ausgeschlossen werden“ betont Weber. „Wir benötigen mehr Unterstützungspersonal zur Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer. Barrierefreiheit an Österreichs Schulen ist das Thema für 2013, das laut nach Umsetzung ruft“, ist Weber überzeugt.

Wie der inklusive Unterricht in Österreichs Schulen Einzug halten kann, hält die Lebenshilfe in ihrem Stufenplan fest. Bis 2016 soll die Umwandlung der Sonderschulen in inklusive Schulen stattfinden. Die neue, inklusive Schule bietet Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsame Lernformen. Inklusive Schulmodelle laufen erfolgreich in Wien, Salzburg und Tirol. Die Steiermark ist mit einer Inklusionsquote von 82,4 % das Bundesland mit der höchsten Dichte an inklusiven Schulklassen. „Bei der Umstellung des Systems ist nicht mit Mehrkosten zu rechnen. Vielmehr findet eine Umverteilung der Kosten und Ressourcen statt. Sonderpädagoginnen und -pädagogen sollen zukünftig in Regelschulen unterrichten. Weiterführend sollen zukünftig alle Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Ausbildung auf den inklusiven Unterricht vorbereitet werden“, gibt sich Weber überzeugt.

Die Hauptforderung der Lebenshilfe liegt auf der Ausdehnung des Zugangs zu Bildung für Menschen mit Beeinträchtigungen auf alle Schulstufen und Schultypen. „Kinder und junge Menschen mit Beeinträchtigungen als selbstverständliche Teilnehmer unseres Bildungssystems wahrzunehmen bringt den großen Vorteil, dass wir uns kostenintensive und langwierige Integrationsmaßnahmen ersparen und zudem das Bildungssystem effizienter gestalten“, betont Weber abschließend.

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