Chaos beim Wiener Fahrtendienst

"Die Betroffenen haben ein Recht auf einen funktionierenden Fahrtendienst. Wir werden es nicht hinnehmen, daß auf unserem Rücken gestritten wird", stellte die Obfrau von BIZEPS, Annemarie Srb-Rössler, in einer Presseaussendung fest.

BIZEPS
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Derzeit ist die Situation rund um den Fahrtendienst Haas ein riesengroßes Desaster: Menschen werden nicht abgeholt, ohne Vorankündigung fallen Fahrten aus, behinderte ArbeitnehmerInnen sitzen an ihren Arbeitsplätzen fest …

Die von der Stadt Wien groß angekündigte Service-Hotline ist sehr oft keine Hilfe, sondern ein Ärgernis:

Montag, 18. Oktober 1999, 14.30 Uhr: Anruf bei der medial vielfach verbreiteten „Service-Hotline“ (Tel.: 53 114 / 85 510) der Stadt Wien:

Kundin: „Können Sie mir sagen, welcher Fahrtendienst in Wien zur Zeit noch Regelfahrten übernehmen kann?“

Hotline: „Gor kana (Gar keiner). Des müssens ihna jetzt amol privat organisieren.“

Kundin: „Dies ist mir nicht möglich, da ich in einem Elektrorollstuhl sitze.“

Hotline: „Daun was i a net.“

Entgegen der öffentlichen Diskussion, geht es hier nicht ausschließlich um behinderte Schulkinder, die von den Turbulenzen rund um den Fahrtendienst betroffen sind. Ebenso berührt davon sind einige tausend weitere behinderte BenutzerInnen des Freizeit- und Regelfahrtendienstes (das sind ständige Fahrten zur Arbeit und zurück).

Angebliche Ursache der finanziellen Schwierigkeiten der Firma Haas sind Kostensteigerungen, von der die Firma nicht gewußt haben will. Für die Betroffenen ist dies nicht nachvollziehbar. Daher ist es auch völlig unverständlich, daß die Stadt ihre VertragspartnerInnen, die Dutzende Millionen an Steuergeldern pro Jahr erhalten, nicht regelmäßig und ausführlich auf ihre Bonität prüft. Am 14. Oktober 1999 hat die Firma Haas wegen Zahlungsunfähigkeit einen Konkursantrag gestellt, über den am 15. Dezember 1999 verhandelt wird.

Fazit: Unser Recht auf Mobilität wird derzeit drastisch eingeschränkt. Daher ist die derzeitige Situation unhaltbar und muß schleunigst aus der Welt geschaffen werden! Wir planen für die nächste Ausgabe ein ausführliches Interview mit Sozialstadträtin Grete Laska (SPÖ) über die derzeitige Situation und die Zukunft des Fahrtendienstes in Wien.

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