Dafür stehen wir heute da. Und, wenn es sein muss, nicht nur heute.

Meine Rede bei der #Inklusionsdemo am 28. September 2022 am Ballhausplatz.

Roswitha Schachinger spricht bei der Inklusionsdemo
BIZEPS

Es ist so schön, dass ihr alle da seid.

Mein Thema ist auch heute Partizipation, Persönliche Assistenz und damit eng verbunden, Selbstbestimmung.

Gemeinsam mit euch sage ich heute laut: Wir brauchen endlich bedarfsgerechte Persönliche Assistenz.

Wir brauchen unsere Menschenrechte!

Deswegen sind wir heute österreichweit auf der Straße. Wir brauchen JETZT eine bundesweite bedarfsgerechte Regelung für Persönliche Assistenz.

Seit 30 Jahren kämpfe ich sowohl als Privatperson als auch beruflich für Selbstbestimmung, für bedarfsgerechte Persönliche Assistenz, österreichweit.

Seit 2004 gibt es österreichweit die Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz. Für die Persönliche Assistenz im Privatbereich gibt es noch immer 9 verschiedene Regelungen. Für jedes Bundesland eine andere.

Das geht so nicht.

Ja es reicht uns!!

Wir brauchen Persönliche Assistenz für alle Menschen mit Behinderungen.

Für Menschen mit Sinnesbehinderungen, für Menschen mit psychischen Erkrankungen, für Menschen mit Lernschwierigkeiten, für Rollstuhlfahrer:innen. Und wir brauchen eine einfache Administration, die uns nicht mehr ständig zu Bittsteller:innen macht.

Österreichweite bedarfsgerechte Persönliche Assistenz steht im Regierungsprogramm, Persönliche Assistenz steht als unser Recht in der UN-Behindertenrechtskonvention. Lasst uns mit der Umsetzung beginnen.

Wir haben ein Recht auf Persönliche Assistenz statt einem reduzierten Leben in Abhängigkeit von der Familie und von Freund:innen. Persönliche Assistenz statt einem Leben im Heim.

Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung

Selbstbestimmung über unser eigenes Leben anstatt einem reduzierten Leben nach den Vorstellungen von Betreuer:innen und politischen Entscheidungsträger:innen.

Mit Persönlicher Assistenz können wir unsere eigenen Rollen finden und leben: Als Partner:in oder solo, als Elternteil oder ohne Kind, als tolle Freund:in, als wertvoller Teil einer Gesellschaft, die die Vielfalt liebt.

Als Teil einer Gesellschaft, die Behinderung nicht als medizinisches Defizit sieht, sondern als Ausdruck der Vielfältigkeit von uns: aller Menschen.

Persönliche Assistenz ist ein Menschenrecht!

Und wir fordern, dass unsere Menschenrechte geachtet werden. In Österreich, vom Bund und von allen Bundesländern. Die Menschenrechte aller Menschen mit Behinderungen.

Dafür stehen wir heute da. Und, wenn es sein muss, nicht nur heute.

Liebe Entscheidungsträger:innen in der Verwaltung und in der Politik: Konzentrieren wir uns auf Möglichkeiten und Lösungen und nicht auf die Schwierigkeiten, die eine bundesweite, bedarfsgerechte Regelung bringt.

Bundesweite Regelungen gibt es in vielen anderen Bereichen.

Wir werden weiter laut sein, wir werden weiter auf die Straße gehen, bis unsere Menschenrechte umgesetzt sind.

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9 Kommentare

  • @ Klaudia Karoline
    „Selbst amoi was tun“

    Wir waren, tun und sind da, doch
    Ihr schaut nicht hin!
    Ihr hört nicht zu!
    Ihr schweigt beharrlich!
    Ihr verleugnet und ignoriert uns weiter!

  • Was mir immer wieder auffällt: Behinderten Menschen fordern verständliche Sprache, um niemanden auszuschließen. Und DANN verwendet ihr Inklusion, Partizipation etc. Ist DAS inklusiv?

  • Super Rede, Roswitha! Ich hoffe, sie wird vor allem auch von selbst Betroffenen gehört. Wir Menschen mit Behinderung müssen jetzt zusammen halten und weiterhin laut sein – uns nicht auseinander dividieren lassen.

    • Wenn wer auseinander dividiert, dann seid Ihr es! Ihr schließt aus! Ihr kommuniziert mit anderen behinderten Menschen nicht auf Augenhöhe. Wie wär es einmal endlich mit ein bisschen mehr Selbstreflexion und Selbstkritik? Ihr da oben, die jahrzehntelang in Gremien sitzen und lieber mit Parteien und Institutionen packeln, als mit der eigenen Community konstruktiv zu überlegen, wie es für uns alle weitergehen kann. Ihr seid leider derzeit weder zum Dialog mit anderen Peers fähig noch bereit. Schade!!

  • @Swen und Wolfgang Zunkler: Das ist natürlich sehr bequem zu sagen „Ist alles zu spät. Die Vertreter:innen behinderter Menschen haben schlecht verhandelt …“ Also zusammengefasst sagen Sie uns, dass wir selbst schuld sind und reihen sich damit sehr schön in die Methoden der Politik ein. Dort wurde Beteiligung der Betrofenen vorgetäuscht, viele engagierte Menschen haben in vielen Arbeitsgruppen unzählige Stunden unbezahlter Zeit verhandelt, Vorschläge ausgearbeitet usw. Dann gab es einen Entwurf des NAP, der sicherheitshalber nur an wenige ausgewählte Personen unter dem Siegel der Geheimhaltung verschickt wurde, damit auch sicher nicht öffentlich wird, dass der sog. Aktionsplan das Papier nicht wert ist auf dem er steht. Und die wenigen, die durften haben Ihre Kritik deutlich zum Ausdruck gebracht, wurden ignoriert und den Medien wurde erzählt, wie toll das doch alles ist. Und dann erzählen Sie uns, dass wir Menschen mit Behinderung es falsch gemacht haben. Darauf können wir verzichten!

    • Wer ist denn bitte „wir“?
      Die Verhandler mit Behinderung waren/sind ein kleines Grüppchen, verglichen mit dem Gesamtanteil behinderter Menschen in Österreich. Und dieses Grüppchen hat über Jahre hinweg, Informationen für Interessierte behinderte Menschen vorenthalten. Transparenz: Null. Diskutieren auf Augenhöhe: Null. Kommentare Schreiben bei Beiträgen: immer öfter deaktiviert. (Interne) Kritik habt Ihr nicht ausgehalten. Am besten wär ein Rücktritt dieses Grüppchens. Und im übrigen: ich habe selbst eine schwere Behinderung.

    • Danke, Barbara – für deine klaren Worte an an Sven und Consorten! Selbst amoi was tun als destruktiv sein.

  • Herr Sven hat Recht.

    14 Jahre mit Nullergebnis.

    SO tragisch kann es um behinderte Menschen nicht stehen, denn 14 Jahre des Stillstandes hinzunehmen gleicht psychischer Selbstzerstümmelung.

    Weiß man (noch), was man KONKRET – fernab von Worthülsen a la Inklusion etc. – will?

  • Euer „Protest“ kommt leider viel zu spät.
    Und an die behinderten Menschen, die da verhandelt haben zum Aktionsplan: Wer 14 Jahre verhandelt und scheitert, der sollte zurück treten. Das wird so nimma.