Das kann doch nicht wahr sein?!

ÖAR zeigt sich schockiert über den Vorstoß, das Pflegegeld in der gegenwärtigen Form abzuschaffen

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Jahrelang wurden zahlreiche Studien – klarerweise über Steuergelder finanziert – in Auftrag gegeben, die den Einsatz des Pflegegeldes in allen Facetten prüfen und evaluieren sollten. Ebenso gab es viele Arbeitsgruppen, die ebenfalls das Pflegegeld als Teil des Gesamtfeldes „Pflege“ unter die Lupe genommen haben.

Einhelliges Ergebnis: Weder ist ein Missbrauch des Pflegegeldes festzustellen noch ist ein qualitativer Mangel in der Pflege und Betreuung der Menschen, die das Pflegegeld beziehen, festzustellen.

Was aber macht der Sozialminister? Er fordert im heutigen Nationalrat eine Orientierung in Richtung Sachleistungen beim neu einzurichtenden Pflegefonds und dies mit der Argumentation „Nur nach dem Gießkannenprinzip vorzugehen, funktioniere nicht.

Die ÖAR, Dachorganisation der Behindertenverbände Österreichs, zeigt sich entsetzt und fragt:

  • Herr Sozialminister, wie viele Studien und Arbeitsgruppen möchten Sie noch aus Steuergeldern finanzieren, um endlich den Beweis anzuerkennen, dass das derzeitige Pflegegeldsystem funktioniert?
  • Herr Sozialminister, was sagt Ihnen eigentlich „selbstbestimmtes Leben“?
  • Herr Sozialminister, wissen Sie eigentlich, dass Österreich die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert hat und dass Sie mit Ihrem verbalen Vorstoß dieser zuwider handeln?
  • Und last but not least: Herr Sozialminister, Beweise, dass eine alleinige Abdeckung des Pflegebedarfes über mobile Dienste nicht funktioniert, sind hinlänglich erbracht – haben Sie bei einem Zusammenbruch des Pflegesystems auch ausreichend vorgesorgt?

Die Einrichtung der Internetplattform www.pflegegeld-retten.at ist somit das Gebot der Stunde gewesen – daher der eingehende Appell an alle Pflegegeld-Bezieher und -Bezieherinnen und alle, die wissen, dass sie es einmal brauchen könnten: unterschreiben Sie JETZT!

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0 Kommentare

  • Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, dass sich das Ministerium einen Umstieg auf Sachleistungen nicht im Entferntesten leisten kann:
    Mein Sohn muss seit einem Schlaganfall rund um die Uhr gepflegt werden und bekommt die Pflegegeldstufe 7 (€ 1655,80). Zur Morgenpflege (4x pro Woche je 75 Minuten) kommen Schwestern des Roten Kreuzes. Im Juni 2010 (ein ganz normales Durchschnittsmonat) haben wir dafür € 226,72 bezahlt, weil der Fond Soziales Wien (wir sind sehr dankbar dafür!) € 1015,24 zuschießt. Müssten wir den Gesamtbetrag bezahlen, müssten wir € 1231,65 bezahlen und mit den verbleibenden € 424,15 30 x 22.45 h täglich Pflege organisieren.
    Wenn jetzt mehr professionelle Pflegekräfte eingesetzt werden sollen, werden wir das bezahlen oder wird das Sozialministerium die nötigen zusätzlichen Tausender an Zuschüssen lockermachen?
    Ich denke das Ministerium hat Experten genug, die dem Minister das glaubhaft vorrechnen können. Also entweder er legt ein Modell vor, in dem er zeigt, wie er sich das vorstellt, oder er hört auf von Sachleistungen zu schwafeln und konzentriert sich darauf wenigstens eine jährliche Anpassung des Pflegegeldes an die Inflation zu finanzieren! Das wäre eine glaubhafte Unterstützung für die schwächsten in der Gesellschaft!
    Mit freundlichen Grüßen
    Mag. Engelbert Fink

  • @Günter Porta: Danke und viel Erfolg. Man hört schon, dass Hundstorfer den nächsten Anschlag auf die Pflegevorsorge vorhat. Konkret wenn es um die Länder und den Pflegefonds geht, sollen wieder Betroffene unter die Räder kommen.

  • Als Behindertensprecher der SPÖ Tirol und selbst Betroffener zeige ich mich entsetzt über den neuerlichen Vorstoß der eigenen Partei in Form des Sozialministers beim Thema Pflegegeld die Sachleistungen ins Spiel zu bringen. Bei allen diesbezüglichen Versuchen in der Vergangenheit habe ich mich zu Wort gemeldet und dies auf das Schärfste verurteilt. Auch jetzt werde ich alle meine Möglichkeiten ausschöpfen um diesen neuerlichen Vorstoß zu verhindern. Wo bleibt die wirklich soziale Komponente meiner Parteikollegen.

  • Kann das geschriebene nur unterstützen. Es ist sehr schön dass sich viele über die geplanten verschlechterungen aufregen. Was sagt eigentlich die Lebenshilfe, die Caritas und sonstige Pflegeeinrichtungen zu dieser Diskussion? Was bedeutet das „Schweigen im Walde“ dieser Institutionen?

  • Herr Sozialminister! Ich lade Sie zu mir nach Hause ein, dass Sie sehen, was PFLEGEALLTAG bedeutet! Und sagen Sie ja nicht, dass Sie keine Zeit hätten!
    Was machen Sie denn den ganzen Tag, ausser Betroffene an der Nase herumführen? Meiner Meinung nach haben Sie keine Ahnung WAS SIE da von sich geben! Ich lasse mich auch nicht länger verarschen!

  • Jetzt wird es Zeit klar aufzuzeigen,dass behinderte Menschen nicht länger „verarscht“ werden sollten. Ich denke, dass der 8.11. eine wunderbare Gelegenheit wäre aus aktuellem Anlass (vor allem weiß man dann schon ganz konkret, wieviel es geschlagen hat) dem Herrn Minister das Thema Pflege zu erläutern. Der Titel der Veranstaltung müsste nicht groß geändert werden, es geht dann eben um Barrieren, welche die Politik behinderten Menschen in den Weg legt, um sie an einem selbstbestimmten Leben teilhaben zu können.

  • @Kurt Maier. Ja, die Ereignisse der nächsten Wochen werden sehr klar zeigen, wer wofür steht! Wer an welchem Tropf hängt, wer Moral besitzt! Es wird zeigen, wem es (auch wenn das eigene Nachteile bedeuten wird) um die behinderten Menschen geht, und wer zwar ein wenig „motschgert“, letztlich aber doch auf Linie ist. Derzeit kann man, aufgrund der Reaktionen davon ausgehen, das die Behindertenpolitiker der Regierungsparteien hinter der Linie des Ministers stehen – wobei auch von den Oppositionsparteien derzeit wenig zu hören ist – was verwundert. Was die Vereine anlangt, wird sich klar zeigen, wem das Thema Pflegegeld wirklich ein Anliegen ist und wem nicht. Alle die da nicht auf die Barrikaden gehen, haben eigentlich in der Behindertenpolitik nichts verloren und vor allem nicht verstanden, wie essentiell das Pflegegeld für die behinderten Menschen ist.

  • bin 44 Jahre und lebe in der Nähe von Zell am See. Bin seit meinem 10. Lebensjahr schwer gehbehindert, durch eine chronische Polyarthritis und kann mich nur mit Krücken und den Rollstuhl fortbewegen. Aber man gewöhnt sich daran und man lernt das Leben zu meistern.

    Auch hat das Pflegegeld sehr zu meiner persönlichen Eigenständigkeit beigetragen,so kann ich selbst entscheiden von wen ich betreut werden will.Und ich habe das große Glück von meiner Frau betreut zu werden. Meine Frau ist viel flexibler als eine Heimhilfe, Rotes Kreuz usw. Bekomme die Pflegegeldstufe 4,muß sagen ich bin zufrieden,weil es eine große Hilfe ist.Nur wenn ich meiner Frau 5 Euro oder mehr pro Stunde zahlen müsste würde das bei weiten nicht ausreichen. Aber für mich ist das allerwichtigste das ich selber entscheiden kann, wer mich wäscht und mir den Arsch putzt usw.und auch dann bitte wenn ich auf das WC muss und nicht wenn die Helfer von 8-10 Uhr da sind.

    Sehr geehrter Herr Flecker,ich will Ihnen damit nur sagen Pflegegeld soll eine Geldleistung bleiben und bitte lassen Sie uns noch dieses Recht selbst zu entscheiden von wenn wir uns helfen lassen und halbwegs Menschenwürdig leben! So lange meine Frau gesund ist und es machen kann,Sie ist selbst Pflegehelferin von Beruf werde ich mich nie von einer Organisation betreuen lassen!

    Sollte es wirklich so kommen das ich nicht mehr selber entscheiden kann,nehmen Sie mir meine Eigenständigkeit und
    mein Leben wird noch schwerer!!!!

    Dann habe ich und meine Familie sicher das letzte die SPÖ gewählt!!!!

    Mit freundlichen Grüßen

  • @anonym – Dr. Huainigg vertritt nicht mehr die Interessen von Menschen mit Behinderung – sondern die Interessen der Wirtschaft bzw. Industrie! So kann man sich ändern! – Beispiel gefällig? Kündigungsschutz …

    TRAURIG aber WAHR, meinst hören wir sodann von „unseren“ ÖVP-Behindertensprecher – nichts mehr … So ist eben das Leben!

  • Ich staune immer wieder über die Naivität, die hier manche an den Tag leben. Ein Behindertensprecher hängt am Tropf von seiner Partei und wird sich, wenn er seinen Job behalten will, hüten eine Aussage gegen seine eigene Partei zu treffen. (Und im konkreten Fall hat J. Pröll ja bereits in ein dem Sozialminister sehr ähnliches Horn geblasen). Wiederstand ist von den Behindertensprechern der Oposition zu erwarten.
    Aber jetzt bitte mal in aller Klarheit: Kann sich hier irgend jemadn daran erinnern, dass einmal ein Behindertensprecher eine Aussage getätigt hat welche NICHT der Linie seiner Partei entsprach?

  • Ich würde das einmal nicht so tragisch sehen, denn schließlich ist ja Herr Dr. Huainigg für die Erhaltung der Geldleistung, obschon er zur momentanen Diskussion ziemlich still ist. Ich hoffe doch nicht, dass er die betroffenen angelogen hat, in Wirklichkeit daher die SPÖ-Sachleistungsidee bereits akzeptiert hat??? Ist dem so, was ja angesichts seiner Wortkargheit in diesem Bereich zu befürchten ist, so ist er der Verräter in eigener Sache und gehört dringend demontiert! Denn: wenn alle Parteien, die momentan gegen eine Änderung sind, Wort halten, bekommt die SPÖ für ihre Ideen eh keine Mehrheit…

  • Jetzt ist es offensichtlich – A Sauerei wenn so inkompetente Sozialpolitiker am Werk sind die nur die parteiorganisierte Klientel der Pflegedienste bedient.. mit Sachleistungen wird das unifinanzierbar – und selbstbestimmtes Leben Utopie – Minister Hundstorfer ist rücktrittsreif!

  • Jetzt ist „die Stunde“ der Einflüsterer des Kanzlers und Sozialministers gekommen, worauf sie jahrelang hin gearbeitet haben. Allen voran der ASB: http://www.samariterbund.net/oesterreich/aktuelles/10423 | http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20091202_OTS0299
    Sorgen wir alle gemeinsam dafür, dass diesen menschenverachtenden verrückten Schnapsideen endlich „die Stunde“ schlägt!