Das war der A-Tag 2026!

Auch dieses Jahr trafen sich Web-Barrierefreiheitsinteressierte aus dem deutschsprachigen Raum wieder bei der beliebten Veranstaltung A-Tag von accessible media in Wien, um über die neuesten Trends zu diskutieren.

Vortragende Silvia Lorena Barrera vor zahlreichem Publikum. An der Leinwand steht AI learned from the internet. The internet taught it wrong.
BIZEPS

Vollgepackt mit vielen verschiedenen Vorträgen war der A-Tag. Das Programm, das durchgehend in Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) gedolmetscht wurde, kann man auch online nachlesen.

Dieses Jahr fand die Veranstaltung am 21. Mai 2026, so wie auch schon die Jahre zuvor, im Techgate Wien statt, um den zahlreichen Besucher:innen einen passenden Rahmen zu bieten.

Vorträge am Vormittag

Nach der Begrüßung durch Jo Spelbrink und Werner Rosenberger begann der Vormittag hochaktuell mit dem Thema Künstliche Intelligenz. Doris Becker-Machreich zeigte am Beispiel von capito.ai, was KI im Zusammenhang mit Leichter und Einfacher Sprache, insbesondere im Hinblick auf das Barrierefreiheitsgesetz, heute schon leisten kann.

Danach stellten Timea Kosa-Timar, Patrick Bahrer und Johann Adelpoller die Neugestaltung des barrierefreien Lohnzettels vor und demonstrierten, und wie er 500.000 öffentlich Bediensteten zugutekommt.

Nach der Kaffeepause zeigte das Service-Center ÖGS.barrierefrei (Helene Jarmer und Sebastian Reiter) digitale Lösungen für den Alltag, wie etwa HyperSign für Webseiten oder den Online-Warteraum des Relay-Service. Silvia Lorena Barrera ging anschließend der drängenden Frage nach, ob es überhaupt möglich ist, KI-produzierte Systeme wie Chatbots und Web-Applikationen nachträglich barrierefrei zu machen.

Den Vormittag rundeten Tsonka Georgieva und Philipp Naderer-Puiu mit einem Blick auf die Umsetzung der WCAG und eigens erstellten Anforderungen bei TV-Streaming-Apps von simpli und ORF ON ab.

Vorträge am Nachmittag

Am Nachmittag ging es nach einer Stärkung am Buffet länderübergreifend weiter. Ein Panel aus Expert:innen aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Lichtensten (Moira Albrecht, Mira Nausner, Markus Riesch und Michael Wahl) verglich die gesetzlichen Grundlagen und Entwicklungen beim Monitoring der Web Accessibility.

Danach folgte ein Dauerbrenner in der digitalen Barrierefreiheit: PDFs. Tamir Hassan berichtete über die Hürden bei der nachträglichen Konvertierung und ging der Frage nach, wie weit das Tagging heute schon automatisiert werden kann.

Sehr erhellend war der Vortrag von Stefan Farnetani. Er warf einen genauen Blick auf die oft übersehenen Stellen der WCAG und EN 301 549 – Abschnitte, die man laut ihm nach dem ersten Lesen nicht mehr ignorieren kann. Wolfram Huber widmete sich anschließend der WordPress-Welt und zeigte in seinem Plugin-Test sehr deutlich auf: Accessibility-Plugins allein machen noch keine barrierefreie Website. Der Teufel steckt wie immer im Detail.

Die Vortragsreihe endete mit einem überaus kreativen und unterhaltsamen Beitrag. Laura Wissiak und Pawel Masarczyk präsentierten den „ECC: Eurodesign Component Contest“. Dabei bewerteten sie europäische Design-Systeme für staatliche Websites humorvoll nach den bekannten Songcontest-Kriterien.

Präsentationen und Ausklang

Nach der Verabschiedung durch Jo Spelbrink endete der fachliche Teil, aber noch lange nicht der A-Tag. Beim „Get together“ mit Buffet und Cocktails von der Strandbar Herrmann konnten wir den Tag entspannt ausklingen lassen – eine perfekte Gelegenheit, um sich weiter zu vernetzen.

Auf der Internetseite des A-Tags 2026 sollen in naher Zukunft die Präsentationen nachzulesen sein.

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