Das waren die 13. paralympischen Sommerspiele in Peking

"So etwas wird es sobald nicht wieder geben, so eine wunderschöne Schlussveranstaltung", erzählt ein österreichischer Sportler, seine Augen glänzen dabei.

Logo der Paralympics 2008 in Peking
Olympisches Komitee 2008

180.000 Augen sahen im „Vogelnest“ – im Nationalstadion von Peking – die Abschlussveranstaltung der Paralympischen Sommerspiele. Die Paralympics 2008 sind zu Ende und haben China wach gerüttelt. 83 Millionen behinderte Menschen leben in China, zum ersten Mal sind Menschen mit Behinderung ins öffentliche Bewusstsein gekommen. (Einen lesenswerten Artikel finden Sie im Standard: „Wenn einer Gesellschaft die Augen aufgehen„.)
Im Straßenbild von China waren behinderte Menschen nicht zu sehen. Behinderte Kinder wurden versteckt, man hat sich für sie sogar geschämt. 4.000 Sportler aus aller Welt haben China gezeigt, was behinderte Menschen im Stande zu leisten sind.

Bei den 13. Spielen für körperbehinderte Menschen wurden 279 Weltrekorde aufgestellt. Der Trend in China zeigt auch, dass bei den Paralympics immer mehr professionell gearbeitet und trainiert wird. Die Zeiten der Amateure im Behindertensport, die auf Weltklasseniveau trainierten, sind vorbei. Großzügige Unterstützungen vom Staat erhalten die Sportler aus Ländern wie Großbritannien, Spanien und den USA. Die Profisportler dort erhalten direkt vom Staat oder von Sponsoren, ein monatliches Gehalt. In Österreich besteht hier noch Nachholbedarf, über die Sporthilfe werden vereinzelt Sportler mit Behinderung gefördert.

Österreichs Medaillen

Österreich war mit 34 Sportlern und 4 Sportlerinnen vertreten.

Österreichs Medaillengewinnerinnen und -gewinner sind: Thomas Geierspichler 1 x Gold und 1x Bronze (Rennrollstuhlfahren), Andrea Scherney 1 x Gold (Weitsprung), Andreas Vevera 1 x Gold (Tischtennis), Wolfgang Schattauer 1 x Gold (Handbiken), Wolgang Eibeck 1 x Silber (Radfahren).

Die Leistungsdichte im Behindertensport wird immer enger. In Athen und Sydney war es noch leichter, Medaillen zu gewinnen. Immer mehr Behindertenklassen werden zusammengelegt. Das dabei verwendete Punktesystem, ist noch nicht ausgereift. Im Diskuswurf gewann ein Marokkaner, obwohl ein Engländer, der weniger behindert ist um 20 Meter weiter geworfen hat, und das mit Weltrekord.

Das Kürzen von verschieden Behindertenklassen verlangen die Fernsehanstalten und das Internationale Paralympische Comiittee (IPC). Dadurch soll der Behindertensport für die Zuseherinnen und Zuseher leichter überschaubar und interessanter werden.

Man musste auf ZDF / ARD umschalten

Wer im Fernsehen die Paralympics verfolgen wollte, der musste auf ZDF, ARD oder Eurosport umschalten. ZDF/ARD berichteten täglich ein bis zwei Stunden, und das zum Teil sogar live, plus eine halbe Stunde Tageszusammenfassung. Das macht insgesamt 88 Stunden Berichterstattung von 10 Wettkampftagen.

Der ORF sendete zwar zum ersten Mal bewegte Bilder über die Paralympics im Kurzsport um 20 Uhr. Eine Stunde Zusammenfassung am Sonntag; mehr konnte oder wollte der ORF nicht senden. Das sind rund 1 Prozent dessen, was der ZDF/ARD sendete. Noch dazu kommt, dass der ORF sich das zweite Kamerateam vom Paralympischen Comittee mitfinanzieren lies. Wo bleibt da der öffentlich-rechtliche Fernsehauftrag?

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