Den ÖBB fehlen Informationen zur Barrierefreiheit der eigenen Züge

Daher kann man Plätze für "Rollstuhlfahrer für diese Züge nicht buchen", auch wenn sie dafür geeignet wären. Für ihn als Rollstuhlfahrer, der täglich die Bahn nutzt, ist dieser Zustand unzumutbar, zeigt Andreas Pöschek auf.

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unbekannt

„Bereits das zweite Mal erfolgte bei der Fahrplanumstellung der ÖBB ein Chaos hinsichtlich barrierefreier Verbindungen, die Rollstuhlplätze aufweisen oder als Niederflurgarnituren einen ebenen Einstieg aufweisen“, verweist Andreas Pöschek gegenüber BIZEPS-INFO auf die laufenden Probleme bei den österreichischen Staatsbahnen.

Fahrplan ohne Informationen zur Barrierefreiheit

Der Onlineversion der neuen Fahrpläne, welche für Kundinnen und Kunden abfragbar ist, fehlen diese Informationen und selbst die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ÖBB (im Callcenter sowie am Schalter) können dazu keine Auskunft geben.

So ist es für regionale Inlandsverbindungen (wie bspw. den Regionalzügen zwischen Wien und Krems an der Donau) nicht mehr möglich, festzustellen, ob es sich hierbei um Züge mit Niederfluranteil und Rollstuhlplatz handelt. Folglich ist es als Rollstuhlfahrerin oder Rollstuhlfahrer nicht mehr möglich, jene Züge zu benützen, da die ÖBB „… Rollstuhlfahrer für diese Züge nicht buchen kann …“, auch wenn sie dafür geeignet wären, weil die Information im System fehlt, berichtet Pöschek über seine Erfahrungen der letzten Tage verärgert.

ÖBB-Personal kann nicht weiterhelfen

Das ÖBB-Personal hatte „keine Informationen darüber, wo, wann Niederflurzüge fahren, wo es Rollstuhlplätze gäbe und für welche Züge Einstiegshilfen zu buchen wären“, erzählte Pöschek am 18. Dezember und ergänzte: „Ich versuchte der Sache trotzdem nachzugehen und rief als Pendler im Rollstuhl täglich unter der Rufnummer des Callcenters an, man verband mich zum Mobilitätscenter für barrierefreies Reisen. An allen Tagen, sowohl vor der Fahrplanumstellung als auch jetzt im Anschluss bis zum heutigen Tag, konnten mir die hilfsbereiten Callcenterangestellten nicht weiterhelfen.“

Bahnfahren nur auf gut Glück

Seine Schlussfolgerung: „Man kann nur auf gut Glück auf den Bahnhof gehen und beten, dass die nächste Garnitur ein Niederflurzug ist. Wenn nein, heißt es warten.“

Dieser Zustand ist für ihn als Rollstuhlfahrer, der arbeitsbedingt täglich zwischen Krems an der Donau und Wien pendelt, unzumutbar. Zwar verkehren auf dieser Strecke großteils Niederflur-Stockwagen, jedoch sind auch ab und an normale hohe Regionalzuggarnituren unterwegs, die auch nicht immer Rollstuhlplätze aufweisen. Für die letztgenannten Züge hätte man aber eine Einstiegshilfe buchen müssen, dies geht aber nicht, da die Angestellten im Callcenter der ÖBB nicht wissen, welcher Zug hoch/nieder, mit Rollstuhlplatz ausgestattet ist.

„Nach der Auskunft von Mitarbeitern der ÖBB sei die europaweite Fahrplanumstellung schuld an dem Dilemma. Es stellt sich aber hierbei die Frage, welche Abhängigkeiten beispielsweise von der Deutschen Bahn für regionale Schnellbahnverbindungen wie zwischen Hollabrunn und Wiener Neustadt oder Regionalzüge zwischen Krems an der Donau und Wien bestehen. Jene Regionalzüge oder Schnellbahngarnituren berühren Deutschland weder physisch, noch verkehren auf jenen Strecken Züge aus Deutschland“, so Pöschek abschließend, der noch festhält: „Das Zugspersonal und auch die Menschen im Callcenter und an den Schaltern sind sehr bemüht und hilfsbereit – jedoch sind sie ohne die erforderlichen Hilfsmittel, wie einen Fahrplan mit Angaben zu barrierefreien Zügen, machtlos.“

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