Deutschland: Barrierefreier Arztbesuch?

Bei einem "Jour fixe" in der Berliner Villa Donnersmarck wurde kritisiert, dass die freie Arztwahl für behinderte Menschen nicht gewährleistet ist.

Brandenburger Tor Berlin bei Nacht
BIZEPS

Ein Bericht über die Veranstaltung am 30. September, die dem bereits in den Ruhestand verabschiedeten Martin Marquard seinen wohl letzten öffentlichen Auftritt als Landesbehindertenbeauftragter brachte, wurde jetzt ins Netz gestellt.

Jeder Bundesbürger kann prinzipiell seinen Arzt frei auswählen, seine Praxis betreten und dort als mündiger Patient behandelt werden. Was für viele Menschen als selbstverständlich gilt, trifft selten reale Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen. Diese Diskrepanz wurde in der Villa Donnersmarck zum Thema „Barrierefreier Arztbesuch“ bedrückend deutlich, so der Bericht.

Zwar sind rund 10 Prozent der Berliner Arztpraxen barrierefrei und laut Podiumsgast Dr. Uwe Kraffel von der Kassenärztlichen Vereinigung vergleichbar mit der allgemeinen ärztlichen Versorgung gemessen pro Einwohner, doch zeigten Berichte anwesender Betroffener, dass es mit der Barrierefreiheit oft bereits vor der Haustür aufhört. Viele Arztpraxen gerade in Berlin befinden sich in denkmalgeschützten Altbauten aus der Gründerzeit, mit Stufen vor dem Hauseingang, fehlenden Geländern und Schwellen im Innenbereich.

Auch in barrierefrei ausgewiesenen Praxen erwartet den Besucher im Rollstuhl manch böse Überraschung: So entpuppen sich ausgewiesene rollstuhlgerechte Toiletten als unzugänglich oder medizinisch erforderliche Untersuchungen scheitern an fehlenden Umsetzungsmöglichkeiten für den Patienten im Rollstuhl.

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