Deutschland: Die Tatorte kennzeichnen

Der Bundestag will sich für ein zentrales Denkmal in Berlin für die Opfer der "Euthanasie"-Morde unter der NS-Diktatur aussprechen.

Deutscher Bundestag in Berlin
Deutscher Bundestag / Hermann J. Müller

Wie die Berliner Zeitung heute weiter berichtet, wurde bei der gestrigen Sitzung des Kulturausschusses ein Antrag der Grünen beraten, der die Regierung auffordert, einen Gedenkort in Tiergarten zu unterstützen.

Der Bund solle einen vom Land Berlin angekündigten Ideenwettbewerb unterstützen und den Bau mitfinanzieren. Der christdemokratische Kulturpolitiker Wolfgang Börnsen bezeichnete den Antrag der Grünen als eine gute Basis für einen gemeinsamen Beschluss aller Fraktionen.

Grünen-Chefin Claudia Roth, die den Antrag erstellte, sagte der Berliner Zeitung: „Gerade in Berlin, von wo die Verbrechen ausgingen, brauchen wir eine Stätte, die daran erinnert.“ Während der NS-Diktatur wurden in Europa etwa 300 000 Menschen wegen ihrer Krankheit oder Behinderung ermordet. Geplant wurde das NS-Programm in der Tiergartenstraße (kobinet 6.10.10).

In einem Kommentar „Die Tatorte kennzeichnen“ schreibt die Berliner Zeitung: „Dass sich jetzt im Deutschen Bundestag eine Mehrheit für eine Erinnerung an das Euthanasieprogramm der Nazis abzeichnet, ist erfreulich. Es hätte dem Parlament allerdings auch gut angestanden, wenn diese Entscheidung etwas früher herbeigeführt worden wäre. Schon vor Jahren gab es Vorschläge für eine solche Gedenkstätte.“
Nun gelte es, mit den Vertretern der Opferverbände abzuklären, ob es an der Tiergartenstraße allein eine Dokumentationsstätte geben soll oder ob dort auch ein Ort des Trauerns entstehen soll. Wichtig sei dabei, „dass die Entscheidung über ein würdiges Gedenken rasch getroffen wird. Bevor sich Deutschland daran macht, ein Freiheits- und Einheitsdenkmal zu errichten, mit dem es sich selbst feiert, sollte es all jener gedenken, die unter der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten gelitten haben.“

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