Deutschland: Hörgeschädigte im Bundestag unterstützt

Hörgeschädigte Menschen werden im deutschen Parlament unterstützt, erfuhr kobinet vom Bundestagsabgeordneten Günter Gloser.

Deutscher Bundestag in Berlin
Deutscher Bundestag / Hermann J. Müller

Der Sozialdemokrat aus Nürnberg antwortete auf eine Postkarte (kobinet 6.9.10), die er nach der parlamentarischen Sommerpause wie seine 621 Kolleginnen und Kollegen auch vom Redaktionsteam dieses Nachrichtendienstes erhalten hatte.

„Immer wieder kommen auch Besuchergruppen mit Hörgeschädigten nach Berlin, um das Gespräch mit mir zu suchen. Manches Mal habe ich mir bei diesen Gelegenheiten von einer Gebärdendolmetscherin helfen lassen – und bin auf diese Weise in intensive Debatten verwickelt worden“, so der Abgeordnete, der selbst zwei Hörgeräte trägt. Er hat nachgefragt, welche Hilfen es für Gehörlose und Hörgeschädigte im Bundestag gibt.

Für Beschäftigte des Bundestages gibt es seit kurzem einen Arbeitsplatz mit einem Bildtelefon, das Telefongespräche in Gebärdensprache ermöglicht. Für Besuchergruppen gibt es neben den Gebärdendolmetschern, die auf Anforderung eingesetzt werden, auch Induktionsschleifen, die in die Brüstungen der Besuchertribüne eingesetzt sind, um die Verstärkerfunktion von modernen Hörgeräten zu unterstützen. Auch beim Audioguide soll es in Zukunft eine Version für Hörgeschädigte und Gehörlose geben.

Es lohnt sich also auch für Gehörlose oder Hörgeschädigte, den Bundestag zu besuchen, meint Gloser. Er sei froh, dass das Parlament ein Vorbild für andere Institutionen bei der Barrierefreiheit sei: „Denn auch für Blinde gibt es z.B. ein Tastmodell des Reichstagsgebäudes und Inschriften in Blindenschrift – und für Rollstuhlfahrer z.B. Rampen, Aufzüge und automatische Türen.“

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