Deutschland: Kritik an Hamburger Schulgesetz

Das von der Hamburger Bildungssenatorin angekündigte Recht auf Integration behinderter Kinder in die Regelschule ist nach Ansicht des Vereins "mittendrin" aus Köln eine Mogelpackung.

Schule
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Am Ende entscheide die Schulbehörde, welche Schule das Kind besuche und nicht die Eltern, kritisiert der Verein.

„Hamburgs Bildungssenatorin betreibt eine irreführende Öffentlichkeitsarbeit. Sie kündigt an, dass Kinder mit Behinderung ab dem kommenden Schuljahr das Recht auf Integration in eine Regelschule bekämen. Die Eltern dürften zwischen Sonderschule und Regelschule wählen. Beim Weiterlesen entpuppt sich diese Ankündigung als blanke Lüge. Dort steht: ‚Die endgültige Entscheidung, an welcher Schule das Kind aufgenommen wird, trifft die Schulbehörde nach Rücksprache mit den Eltern'“, erklärte Eva-Maria Thoms von „mittendrin e.V. Köln“. „Was soll das heißen, Frau Goetsch: Behinderte Kinder haben ein Recht auf Integration, solange die Schulbehörde nichts dagegen hat?“

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen fordere nach Ansicht des Vereins nicht nur ein inklusives Bildungssystem, sie garantiere Menschen mit Behinderung auch das Recht auf Selbstbestimmung.

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0 Kommentare

  • Die Hamburger Schulreform setzt einmalig in Deutschland die UN-Konvention um, und Frau Thoms freut sich nicht, sondern greift sie an. Das ist schwer verständlich, denn sicherlich ist es notwendig, dass die Schulbehörde prüft, ob der Elternwille tatsächlich objektiv das Wohlergehen des Kindes bedeutet. Eltern, die zwanghaft ihr schwerbehindertes Kind ohne jeder Vernunft aber mit guter Absicht auf eine normale Schule eingeschult wissen wollen, gibt es. Und in Gegensatz zu ein Elternwahlrecht, in der das Kind z.B. nach ein Jahr Probezeit bei einer falsche Elternentscheidung vom Gymnasium abgeschult werden kann, kann das nicht ein behindertes Kind zugemutet werden. Etwas Vertrauen in die Professionalität der Behörde sollte schon vorhanden sein, allemal wenn wie in Hamburg die UN-Konvention im Ansatz erstmalig umgesetzt wird. Also Frau Thoms: think positive … und fragen Sie eher, was die Verbände in Hamburg davon halten, anstatt vom fernen Köln platt zu kritisieren.