Deutschland: Lebenshilfe schenkt ihre Bibliothek der Universität Marburg

Die Spezialbibliothek der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gilt als bundesweit einmalig. Die rund 13.000 Fachbände umfassende Sammlung hat die Lebenshilfe nun der Universität Marburg übergeben.

Ansicht eines offenen Buches
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„Dass wir mit dieser einmaligen Bibliothek unseren Buchbestand in diesem Bereich ausbauen können, ist ein Glücksfall“, so der Dekan des Fachbereiches Erziehungswissenschaften der Universität Marburg, Prof. Dr. Wolfgang Seitter. Hintergrund der Schenkung ist der Teilumzug der Bundesgeschäftsstelle der Lebenshilfe von Marburg nach Berlin.

„Unser teilweiser Umzug in die Hauptstadt verdeutlicht eine Verschiebung unserer Aufgaben“, sagt Ulrich Bauch, Geschäftsführer der Lebenshilfe. Während in den ersten Jahren nach 1958 der Aufbau im Mittelpunkt gestanden hätte, habe sich der Fokus inzwischen auf die Interessenvertretung der Menschen mit geistiger Behinderung und ihrer Familien verschoben.

Lebenshilfe wird nicht weiter eigene Bibliothek führen

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe, die sich überwiegend aus Spenden finanziert, hat beschlossen mit ihren knappen Ressourcen nicht weiter eine eigene Bibliothek zu führen. Mit der Schenkung demonstriere man auch die Verbundenheit mit dem Standort Marburg, so Ulrich Bauch.

„Eine Bücherschenkung wie diese ist eine große Ausnahme“, sagt der Leiter der Universitätsbibliothek, Hubertus Neuhausen. Und Erziehungswissenschaftlerin Prof. Heike Schnoor ergänzt: „Für die Universitätsforschung und -lehre ist diese Literatursammlung ein großer Gewinn.“

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