Deutschland: Nazi-Morde an Menschen mit Behinderungen nicht vergessen

Damit Nazi-Morde an Menschen mit Behinderungen nicht vergessen werden, unterstützt der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen ein geplantes interaktives Informations- und Gedenkportal im Netz.

Hubert Hüppe
bifos

„Beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus dürfen die zu Forschungszwecken missbrauchten und ermordeten Menschen mit Behinderungen nicht vergessen werden. Das geplante virtuelle Mahnmal ‚gedenkort-T4.eu‘ kann für ein europaweites Gedenken einen wichtigen Beitrag leisten“, erklärte heute Hubert Hüppe.
Der Beauftragte hatte den vom Berliner Landesverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbands bei einem EU-Programm eingereichten Antrag auf Förderung des Internet-Projekts ‚gedenkort-T4.eu’ mit einem Empfehlungsschreiben begleitet. Eine Entscheidung über den Antrag steht noch aus.

Der Beauftragte hofft, dass das Projekt realisiert werden kann und will es weiter aktiv unterstützen. „Europa trägt gemeinsam Verantwortung gegen das Vergessen von behinderten Menschen als häufig nicht beachtete Nazi-Opfer. Das virtuelle Mahnmal wäre eine wichtige Ergänzung zu einer realen Gedenk- und Informationsstätte in Berlin, dem Ausgangsort der Gräueltaten an Menschen mit Behinderungen“, so Hüppe.

Über 200.000 Menschen mit Behinderungen und psychischer Erkrankung wurden während der Nazi-Zeit systematisch erfasst, zwangssterilisiert, für medizinische Zwecke missbraucht und ermordet. Die Bürozentrale des nationalsozialistischen Vernichtungsprogramms „Aktion T4“, des so genannten „Euthanasie-Programms“, befand sich in der Tiergartenstraße 4 in Berlin.

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