Deutschland: People First Deutschland – Wir stellen uns vor

Im Januar und im April haben wir 4 SprecherInnen (Werner Freudenstein, Doris Haake, Klaus-Peter Sorge, Peter Wehrum) von People First Deutschland uns in Kassel getroffen.

People First Deutschland
People First Deutschland

Wir haben an zwei Wochenenden viel gearbeitet, zum Beispiel haben wir unsere nächste große Tagung der Selbstbestimmungs- und People First Gruppen aus Deutschland vorbereitet.

Und wir haben einen kleinen Artikel geschrieben, in dem wir erzählen, wer wir sind und was wir machen.

Was ist People First?
People First Gruppen sind Selbsthilfegruppen. People First heißt „Mensch Zuerst“. Wir sind zuerst Menschen. Und dann sind wir Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen. Wir wollen unser Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen. Wir wollen mit anderen mit gleichen Ideen zusammenkommen und darüber diskutieren können. Deshalb gibt es People First Gruppen.

Wir wollen unsere Rechte und Pflichten erlernen und in die Hand nehmen. Wir wollen die Rechte von Menschen mit Lernschwierigkeiten vertreten. Wir wollen, daß Menschen aus Werkstätten und Wohnheimen mit ihren Problemen in die Öffentlichkeit gehen und mit PolitikerInnen reden. Wir wollen unsere Fähigkeiten und unsere Wünsche in der Öffentlichkeit zeigen.

Woher kommt People First?
Die Idee von People First hat 1973 in Oregon/USA angefangen. Damals haben sich Betroffene getroffen, um über Selbstbestimmung und ihre Rechte zu reden. Sie haben sich immer wieder getroffen und haben 1974 eine Tagung gemacht. Da ist auch der Name People First her.

Danach haben sich dann in den USA und Kanada ganz viele Gruppen gegründet. Inzwischen gibt es über 700 Gruppen. Und es gibt Gruppen in der ganzen Welt. Letztes Jahr war Doris Haake für uns in Alaska. Da war nämlich der 4. Weltkongreß von People First. Daran haben 1000 Leute teilgenommen.

In Deutschland gibt es People First schon seit ein paar Jahren. Erst war da der Lebenshilfekongreß „Ich weiß doch selbst, was ich will!“ 1994 in Duisburg. Danach haben sich immer mehr Selbsthilfegruppen gegründet. Jetzt gibt es schon über 20 Selbsthilfe-, Selbstbestimmungs- und People First Gruppen in Deutschland.

Wir treffen uns einmal im Jahr zu einem großen Treffen. Das haben wir schon drei Mal gemacht. Einige Mitglieder von Gruppen haben sich im Dezember 1996 in Melsungen zum ersten Mal getroffen.

Auch im Oktober 1997 haben wir uns in Melsungen getroffen – und dort haben wir People First Deutschland gegründet und zum ersten Mal 4 SprecherInnen gewählt. Wir sind ein Netzwerk. Bei uns können alle Selbstvertretungs-gruppen mitmachen.

Letztes Jahr in Gartow haben wir auch wieder gewählt. Wir vier sind jetzt für zwei Jahre die SprecherInnen von People First Deutschland. Als SprecherInnen bereiten wir zum Beispiel das große Treffen der Gruppen zusammen mit „Wir vertreten uns selbst!“ vor.

Diese Sachen machen wir auch noch:
Es gibt ein Video von Doris Haake, das heißt „Ich bestimme selbst!“. Es gibt unsere Zeitung „Der Maulwurf“. Wir haben gerade ein Faltblatt gemacht. Und wir haben jetzt ein Bild für uns. Das ist eine große Eins. Für unser nächstes Treffen drucken wir die auf T-Shirts.

Für uns gibt es ein Projekt in Kassel, das heißt „Wir vertreten uns selbst!“. Die unterstützen uns, wenn wir das wollen und brauchen.

Es gibt Faltblätter und Bücher vom Projekt „Wir vertreten uns selbst!“. An denen arbeiten wir mit. Wir waren in der Lebenshilfezeitung und dem Magazin der Lebenshilfe. Das Krüppelpower-Festival wurde von „roll over e. V.“ veranstaltet und wir haben uns dran beteiligt. Dieses Jahr machen wir auch wieder einen Stand beim Krüppelpower-Festival. Wir machen bei Seminaren und Vorträgen mit und erzählen über People First.

Was wollen wir erreichen?
Wir wollen mehr Respekt für Menschen aus Werkstätten und Wohnheimen, Wohngemeinschaften und denen, die in eigenen Wohnungen wohnen oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten. Wir wollen keine Bevormundung in Wohnheimen und Werkstätten, wir wollen selbst bestimmen, was wir machen können.

Wir wollen ein Gleichstellungsgesetz (= Antidiskriminierungsgesetz) erreichen. Wir wollen Fachsprache in leichte Sprache übersetzen. Wir wollen ein großes Netzwerk werden.

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