Deutschland: Ungleiche Prämien bei Olympia und Paralympics

Für den Gewinn einer Medaille bei den Paralympics in London gibt die Deutsche Sporthilfe nicht mal ein Drittel der Prämie, die sie bei den Olympischen Spielen zahlt.

Ilja Seifert
Berliner Behindertenverband

„Diese ungleiche Behandlung von Sportlerinnen und Sportlern mit Behinderungen ist unfair und ungerecht“, erklärte der behindertenpolitische Sprecher der Linken im Bundestag zur Antwort der Bundesregierung auf seine Anfrage.

„Man kann darüber streiten, ob die Durchkommerzialisierung des Spitzensports sinnvoll ist. Man kann auch darüber streiten, ob Medaillen-Prämien von einem privaten Verein dem olympischen Gedanken gut tun. Aber man darf nicht darüber streiten, ob olympische oder paralympische Medaillen mehr wert sind“, so Ilja Seifert in einer Pressemitteilung. Sportlichen Leistungen von Frauen und Männern mit Behinderungen seien nicht weniger hart erkämpft als die nicht behinderter Sportlerinnen und Sportler.

Eine paralympische Goldmedaille ist der Deutschen Sporthilfe aber nur 4.500 Euro wert. Das ist geringfügig mehr als die für einen medaillenlosen 4. Platz bei den Olympischen Spielen. Und weniger als ein Drittel für eine Goldmedaille, die mit 15.000 Euro belohnt wird.

„Diese ungleiche Prämierung ist ungerecht“, meint Seifert. Besonders kritikwürdig sei, dass die Bundesregierung diese Geringschätzung auch noch gutheißt. Der Verweis auf die mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) mühsam ausgehandelte Konzentration auf „laufende Förderung“ und die Berücksichtigung „besonderer Spezifika“ sei pure Augenwischerei.

Die Linke plädiert für die Gleichbehandlung der Sportlerinnen und Sportler bei der Anerkennung ihrer Leistungen und fordert die Bundesregierung auf, diesbezüglich bis zur Eröffnung der Paralympics am 29. August eine einvernehmliche Lösung mit der Deutschen Sporthilfe und dem DBS zu finden.

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