Diakonie fordert: Gleiche Bildungs-Chancen für alle und Investitionen in die frühe Bildung

Es braucht Umsetzungszeitplan und Budgetmittel für inklusiven Unterricht

Maria Katharina Moser
Diakonie

Am 24.1. ist Tag der Elementarpädagogik. Die vorschulische Bildung (Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen) findet sich im Arbeitsprogramm der ÖVP-Grün-Regierung relativ ausführlich und auch mit ambitionierten Zielen.

„Die Punkte müssen nun mit Leben gefüllt werden“, fordert Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser.

„Der angeführte Bildungsrahmenplan ist nicht neu, derartige Pläne gibt es seit über 10 Jahren – jetzt geht es um die Umsetzung“, so Moser. „Wir können nicht noch länger auf österreichweit einheitliche und verbesserte Rahmenbedingungen warten“, so Moser.

Ein weiterer Punkt im Programm: die Finanzierung über sogenannte 15a Vereinbarungen wird fortgesetzt. „Wir hätten uns ein längerfristiges Finanzierungsmodell, das Planungssicherheit gewährt, gewünscht“, erklärt Moser. „Jeder Euro, der in Kinder und ihre Bildung investiert wird, zahlt sich mehrfach aus“.

In Zahlen: Für die Altersgruppe der 3-6-Jährigen gilt ein so genannter Return on Investment von 7:1, Das heißt: jeder Euro, der jetzt investiert wird, kommt siebenfach zurück.

Diakonie Analyse anderer Bildungs-Vorhaben aus dem Regierungsprogramm

Wie diverse andere Kapitel im Regierungsprogramm ist auch das Bildungskapitel insgesamt zwiespältig zu beurteilen, so das Fazit von Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser.

„Eine positive Maßnahme stellt für uns der Chancenindex dar, der gezielt Schulen an benachteiligten Standorten unterstützt“, so Moser. Davon profitieren Kinder und Jugendliche, deren Eltern nicht mit ihnen lernen und auch keine Nachhilfe bezahlen können.

Wir wissen, dass die Bildungschancen von Kindern in Österreich sehr stark von der Herkunftsfamilie abhängen. So haben 71 % der angehenden AHS-SchülerInnen selbst Eltern mit Matura oder höherem Abschluss.

„Auf der anderen Seite lesen wir jedoch von Tests – bereits in der 3.Klasse Volksschule, die über den weiteren Bildungsweg entscheiden sollen. Hier sollen offenbar Aufnahmeprüfungen für die Gymnasien wieder eingeführt werden, die schon vor Jahren aus guten Gründen abgeschafft wurden“, so Moser.

Die soziale Ungleichheit wird durch solche Maßnahmen verschärft, anstatt sie endlich zu verringern. „Schnell werden jene Kinder abgehängt, deren Eltern nicht mit ihnen lernen und sich keine Nachhilfe leisten können, und auch die, denen der Schulalltag nicht so leicht fällt“, kritisiert die Diakonie. Besonders betrifft dies chronisch kranke Kinder, Kinder mit Lernschwierigkeiten, Kinder im Autismus Spektrum oder Kinder mit wenig Unterstützung zuhause.

Fazit

„Es ist erfreulich, dass sich die Regierung das Ziel zur Stärkung des inklusiven Bildungssystems setzt“, erklärt Moser. Kinder mit speziellem Förderbedarf bzw. Behinderungen sollen „bestmöglich in den Regelunterricht einbezogen“ werden. „Diese Maßnahme hat unsere volle Unterstützung, denn wir sind überzeugt: jedes Kind braucht seine Chance!“

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