Diakonie zum Start ins neue Kindergartenjahr: Maßnahmen zur Chancengleichheit und Inklusion gefordert

Von klein auf und genauso für Kinder mit Behinderungen - Der Kindergarten muss für alle Kinder offen stehen

Kindergartengruppe im Kreis
BilderBox.com

Wer nach der Kinderbetreuungszeit in den Job zurückkehren möchte, findet für die Kleinen oft keinen Kinderbetreuungsplatz.

„Besonders für unter-3-jährige gibt es viel zu wenige Plätze, und auch bei Öffnungszeiten und Schließtagen ist in Österreich noch viel Luft nach oben“, kritisiert die Diakonie. Das zeigt die aktuelle Kindertagesheimstatistik. Hier muss dringend an einem flächendeckenden Ausbau der Betreuungsangebote gearbeitet werden.

„Und dass Kinder mit Behinderungen in vielen Fällen erst nach langer Zeit oder gar keinen Platz bekommen, ist beschämend“, so Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser.

Das treffe insbesondere Familien, die sich keine Betreuung wie z.B. Tagesmütter oder -väter leisten können oder wenig familiäre Unterstützung haben. Denn, wenn es zu wenige Betreuungsplätze für Kinder gibt, wird auch Berufstätigkeit für Eltern schwierig.

Außerdem werden bei den verfügbaren Kindergartenplätzen oft jene Kinder vorgereiht, deren Eltern bereits einem Beruf nachgehen. Wenn allerdings keine Arbeit aufgenommen werden kann, weil keine Betreuungsmöglichkeit existiert, bleiben Familien ratlos zurück.

Die nötigen Verbesserungen braucht es österreichweit

In der Steiermark und in Oberösterreich sind aktuell Verbesserungen angekündigt. Das sind positive Entwicklungen.

„Mehr Vorbereitungszeit oder schrittweise die Gruppen zu verkleinern sind gute Schritte. Denn im Kindergartenalltag macht jedes Kind, das weniger in der Gruppe ist, einen großen Unterschied, für die Kinder ebenso wie für das Personal. Kleinere Gruppen als Ziel vor Augen zu haben, lässt durchhalten“, so die Diakonie Direktorin.

Wünschenswert wäre allerdings eine bundesweit einheitliche Lösung, so dass alle Kinder, am Neusiedlersee genauso wie in Innsbruck, Leoben und Rohrbach, gute Rahmenbedingungen erleben.

Es braucht Ideen, um die Personalsituation in den Kindergärten zu verbessern. Kurz- und mittelfristig muss es attraktive Angebote geben, um neue Absolvent:innen und Wiedereinsteiger:innen, die ihre Tätigkeit in Kindergärten unterbrochen haben, zu gewinnen.

Langfristig muss die Ausbildung unter die Lupe genommen werden und die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Berufen im Sozialbereich erleichtert werden. Wichtig ist auch, nicht auf bestehendes Personal zu vergessen:

„Die Kolleg:innen halten den Betrieb seit Jahren am Laufen. Wichtig wäre, auch ihr alltägliches Tun anzuerkennen: Sie begleiten unsere Kinder beim Spielen, Lernen und Leben hochprofessionell und mit viel Herzenswärme“, so Moser.

Gute Bildung von Anfang an

Kinderkrippen und Kindergärten sind die ersten Bildungseinrichtungen in einem Kinderleben. Für den Verlauf des Bildungswegs sind sie von enormem Wert. Und jeder Euro, der für die Bildung und gute Betreuung von Kindern im Alter von 3-6 Jahren investiert wird, kommt 7-fach zurück. „Dass gute Bildung sich von Anfang an bezahlt macht, sollte längst bekannt sein. Durch gemeinsames Spielen, Sprechen, Singen, Bewegung usw. werden Kinder in ihrer Entwicklung optimal unterstützt“.

Doch in Österreich bekommen bei weitem nicht alle Kinder einen Kindergartenplatz, die einen brauchen. „Besonders Kinder mit Behinderungen werden in unserem Bildungssystem vielfach ausgeschlossen. Und das beginnt schon im Kindergarten“, kritisiert Moser.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.