Die Antwort der Stadträtin Sonja Wehsely

Am 16. September 2010 schrieb Mag. Manfred Fischer einen Offenen Brief an die Wiener Sozialstadträtin, Sonja Wehsely (SPÖ). Die Politikerin versuchte nun, in ihrer Antwort ihre Aussage zu erläutern.

Sonja Wehsely
Peter Rigaud

Viel Unmut hat ein Standard-Interview hervorgerufen, in dem die Wiener Sozialstadträtin den pflegebedürftigen Menschen Missbrauch unterstellt hat.

Es gab eine Vielzahl von Reaktionen, u.a. auch den erwähnten Offenen Brief von Mag. Manfred Fischer.

Wir bringen hier die Antwort der Stadträtin:

Sehr geehrter Herr Mag. Fischer, ich antworte Ihnen gerne auf Ihren offenen Brief, wie ich es heute auch schon auf Ihre Anfragen per Mail und via Facebook getan habe. Zuerst möchte ich Ihnen für Ihr Mail und die kritische Auseinandersetzung zum sehr wichtigen Thema Pflege danken.

Mir geht es mit meiner Aussage zum Thema Pflegegeld darum, dass betagte Menschen mit niedrigen Pflegegeldstufen zuerst auf sich und ihre Bedürfnisse schauen. Denn sie kommen aus einer Generation, die immer zuerst auf die Angehörigen schaut und deren Wünsche voran- und sich selbst erst hinten anstellt. In diesem Zusammenhang ist auch die Schlagzeile auf derstandard.at entstanden. Ich möchte, dass pflege- und betreuungsbedürftige Menschen auf sich und ihre Gesundheit schauen und die Pflege und Betreuung, die sie brauchen, auch bekommen. Dafür braucht es auch Pflegegeld, das die Kosten für Betreuungsleistungen abdeckt, weswegen ich für eine Erhöhung des Pflegegelds um 16 Prozent auftrete.

Gerade weil für Menschen mit Behinderung das Pflegegeld oft nicht ausreicht, hat die Stadt Wien die Pflegegeldergänzungsleistung für die Persönliche Assistenz eingeführt. Damit soll Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben mit mehr Chancengleichheit ermöglicht werden. In diesem Zusammenhang trete ich seit langem für eine nach oben offene Pflegegeldstufe ein.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen meine Beweggründe nachvollziehbar schildern und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen Mag.a Sonja Wehsely, Stadträtin für Gesundheit und Soziales

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0 Kommentare

  • Ein weiterer Aspekt des sozialen Wien http://wohnungslos.wordpress.com/

  • SPÖ: Julius Tandler (forderte Zwangssterilisation etc.), Gross (Spiegelgrund), Rösch, ….
    Gehirne der Spiegelgrund-Ermordeten fanden sich rein zufällig in Räumen des BSS.
    Für die SPÖ (Spiegelgrund-Partei) ist die Frau Schieder eh schon sehr weit. Ihr werdet doch nicht glauben, daß wir in Österreich eine Sozialdemokratische Partei haben. Wir haben nur SPÖ und BSS.

  • „Ich möchte, dass pflege- und betreuungsbedürftige Menschen auf sich und ihre Gesundheit schauen und die Pflege und Betreuung, die sie brauchen, auch bekommen.“

    Die Sprache ist leider verräterisch: „betreuungs“-„bedürftig“ (wir sind nur passive Objekte), „Gesundheit“ und „Pflege“ (das ist der Ruf nach der Diplomkrankenschwester), und „brauchen“ (was wir brauchen, bestimmt das Amt, war wir wollen ist unerheblich).

  • Überdies erhält die Pflegegeldergänzungsleistung nur eine kleine auserwählte Gruppe und mit einer Erhöhung des Pflegegeldes um 16 Prozent kann niemand glauben, dass die Kosten für Betreuungsleistungen abgedeckt sind. Frau Stadträtin scheint auf diesem Gebiet mehr als ahnungslos zu sein. Vielleicht könnte sie sich besserer Berater bedienen.

  • Anscheinend hat Frau Mag.a Wehsely kurz vergessen, dass die Pflegegeldergänzungsleistung und Soziale Dienste einander ausschliessen!!! Soll ich jetzt einen Assistenten kündigen um den Pflegescheck einzulösen? Ich würde gerne die Erläuterung dazu hören. MgG Eine sehr erboste Pflegegeldbezieherin und Assistenznehmerin