help.gv.at erhält BIENE 2006

„Die BIENE ist erwachsen geworden“

376 Webprojekte wurden heuer eingereicht, also wieder mehr als im Vorjahr. Aber nicht jedes Projekt kann an dem immer beliebter werdenden Wettbewerb zur Barrierefreiheit teilnehmen. BIENE steht für "Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten".

Dass die Kriterien einigermaßen streng sind, lässt sich vor allem daran ablesen, dass es heuer nur 127 Einreichungen bis zum Feintest geschafft haben und der fachliche Beirat von diesen lediglich 25 Projekte für preiswürdig hielt.

Mit Martin Ladstätter von BIZEPS-INFO saß diesmal auch ein Vertreter Österreichs in der prominent und erstmals international besetzten Jury.

„Ich habe die Einladung in die Jury als Auszeichnung für Österreich verstanden“, sagt Martin Ladstätter, Redakteur und Web-Verantwortlicher bei BIZEPS-INFO. „Österreich braucht sich im Kampf für barrierefreies Internet nicht zu verstecken. Projekte aus Österreich haben in den letzten Jahren – wie auch heuer – gezeigt, dass sie mit den besten mithalten können.“

help.gv.at bekam BIENE

Das bestätigt einerseits der Amtshelfer help.gv.at, der heuer Gold nach Hause brachte. Aber auch die Gewinner je einer bronzenen BIENE – www.bizeps.or.at 2003 und www.ojm.at 2005 – untermauern diese Aussage. Auf die bisherigen österreichischen Gewinner angesprochen, meint Martin Ladstätter: „Interessant ist vor allem der Aspekt, dass es bisher JEDER österreichische Teilnehmer zu einer BIENE geschafft hat, der bis in die Endrunde kam.“

Auf die Frage, wodurch help.gv.at besonders überzeugt hat, meint Martin Ladstätter: „help.gv.at hat durch sein inhaltliches Konzept (gemeint ist nicht Barrierefreiheit, sondern der Plattformgedanke) überzeugt. Ein solches Angebot ist beispielsweise in Deutschland unbekannt. Gefallen hat auch die Zusammenarbeit mit der Behindertenbewegung; auch der gelegentliche Einsatz von Videos in österreichischer Gebärdensprache wurde honoriert.“

Dass Barrierefreiheit ein Prozess ist, zeigt aber auch der Umstand, dass auch der Gewinner einer goldenen BIENE Verbesserungspotenzial hat und dies auch nicht verschwiegen wird, weiß Martin Ladstätter. „Kritisiert wurde beim Amtshelfer die Einsprachigkeit. Die englische Seite ist ja nur ein Minimalangebot mit ganz anderem Aufbau. Kritisch angemerkt – auch bei der Preisübergabe – wurde auch der WAI-AAA-Button, der inhaltlich nicht richtig ist sowie der englischsprachige Name des Angebotes.“

Zum allgemeinen Trend der prämierten Webauftritte meint Martin Ladstätter: „Heuer haben sich erstmals die komplexeren Angebote durchgesetzt. Das wird als gutes Zeichen gesehen, weil es zeigt, dass sich die Großen der Branche (Anbieter und Produzenten) verstärkt des Themas annehmen.“

Wie kommt die Jury zu ihrem Ergebnis?

„Die 13 köpfige Jury erhält keinerlei inhaltliche Vorgaben“, erläutert Ladstätter, „Einzige Ausnahme ist die Einschätzung durch den Fachlichen Beirat. Diese Vorgaben waren grundsätzlich treffend. Da die Jury sehr gut vorbereitet war, gab es bei einigen Seiten sehr, sehr intensive Diskussionen und die Beurteilung von 25 Seiten dauerte mehr als 7 Stunden.“ Die Jury hat es sich also nicht leicht gemacht.

Bisher war wohl eher die Meinung verankert, dass die Jury die Finalisten fast ausschließlich nach dem äußeren Erscheinungsbild und eher allgemeinen Kriterien der Bedienbarkeit beurteilt, das Wissen über Accessibility in der Jury selbst aber eine untergeordnete Rolle spielt. Martin Ladstätter korrigiert diese Einschätzung: „Ich war erstaunt über das fundierte Fachwissen über Accessibility bei vielen der Jury-Mitglieder, das sich vor allem in der endgültigen Abstimmung gezeigt hat.“

Untermauert wird dies auch dadurch, dass die Empfehlungen des fachlichen Beirats nicht kritiklos übernommen wurden, „Sehr enttäuscht haben die „einfachen Einkaufs- und Transaktionsangebote“. Die Jury hat hier einfach ALLE Vorschläge des fachlichen Beirates abgelehnt. Hier wünscht man sich bessere Einreichungen“, erläutert der BIZEPS-Redakteur.

Und was wünscht sich Martin Ladstätter für die künftigen Wettbewerbe? „Die BIENE ist nun von einem Insider-Treff zu einem Wettbewerb geworden, wo die Großen teilnehmen und ausgezeichnet werden wollen“, fasst er zusammen. „So gesehen ist die BIENE erwachsen geworden. Ich würde mir für das nächste Jahr wünschen, dass noch mehr relevante Angebote aus Österreich daran teilnehmen.“

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0 Kommentare

  • Nunja, dann werden wir uns bemühen Projekt Gink-Go! auf Fordermann zu bringen, damit wir nächstes Jahr auch mitspielen dürfen. Vielleicht kommen wir auch unter den ersten 25. Wäre in mehrerer Hinsicht eine große Sache …