Die neue Tarifregelung des VOR stößt auf Kritik

Noch immer zu teuer! Es stellt sich die Frage, warum anstatt der Ermäßigungen nicht ein Tarif für sozial Schwächere angedacht worden ist.

Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) GmbH
Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) GmbH

Der Verkehrsverbund Ostregion (VOR) hat seit 6. Juli 2016 neue Tarife für den öffentlichen Verkehr in Wien, Niederösterreich und Burgenland eingeführt. Diese neuen Tarifregelungen beinhalten einheitliche Tarife für Bus und Bahn, die Einführung eines Streckentarifes anstatt eines Zonentarifes sowie Tarifermäßigungen für Senioren und Seniorinnen und Menschen mit Behinderungen.

Sozialtarif anstatt Ermäßigungen nach Behinderungsart

Die Lebenshilfe Niederösterreich kritisiert die neuen Tarifregelungen des VOR: „Für viele Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung in Niederösterreich bedeutet das neue Tarifsystem des VOR eine wesentliche Verteuerung und damit eine wesentliche Verschlechterung ihrer finanziellen Situation“, heißt es in ihrer Presseaussendung.

Die Lebenshilfe Niederösterreich ist mit ihrer Kritik nicht alleine, auch SPÖ und Grüne kritisieren Preiserhöhungen im neuen Tarifsystem.

Es stellt sich die Frage warum anstatt der Ermäßigungen nicht ein Tarif für sozial Schwächere angedacht worden ist.

Georg Hummer, Pressesprecher des VOR, äußerte sich zu diesem Punkt gegenüber BIZEPS folgendermaßen: „Wir sind sehr froh und auch ein wenig stolz darauf, endlich durchgängig Ermäßigungen für zusätzliche Fahrgastgruppen, nämlich für Senioren, Menschen mit Behinderung und Blinde eingeführt zu haben. Dem sind lange und intensive Verhandlungen vorangegangen. Dass dieser an sich positive Schritt zum Anlass genommen wird, weitere Schritte zu fordern, nehmen wir zu Kenntnis. Für einen einheitlichen Sozialtarif fehlt derzeit sowohl der einheitliche Sozialpass als auch die entsprechende Finanzierung.“

Der sicherlich gut gemeinte Ansatz, Ermäßigungen bei Behinderung zu gewähren, geht am eigentlichen Problem vorbei, denn die Fahrkarten sind trotz Ermäßigung für finanziell schlechter gestellte Menschen, unabhängig ob behindert oder nicht, viel zu teuer.

Hier ein Beispiel

Die Einzelfahrt von Krems an der Donau nach Wiener Neustadt kostet für Menschen mit Behinderungen 13 Euro. Für die Hin- und Rückfahrt ergibt sich ein Preis von stolzen 26 Euro. Ermäßigungen für Monats- und Jahreskarten gibt es nicht. Menschen mit Behinderung und blinde Menschen werden übrigens getrennt gelistet, zahlen aber den gleichen Preis.

Eine generellen Ermäßigung für einkommensschwache Menschen wäre wohl die bessere Lösung gewesen, denn die hier stattfindende Benachteiligung ist eindeutig finanzieller Natur und hat nichts mit der Behinderung zu tun. Zum Vergleich: In Wien können Menschen mit wenig Einkommen einen Mobilpass erhalten und dann für 17 Euro pro Monat unbeschränkt fahren.

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