Am 6. Dezember 2025 fand im Haus der Geschichte Österreich (hdgö) der Disability History Aktions-Tag statt, der auf großes Interesse stieß und von rund 100 Besucher:innen wahrgenommen wurde.
eSeLat / RobertPuteanu / hdgö
Die Veranstaltung Disability History Aktions-Tag am 6. Dezember 2025 war Teil des Disability History Projects, das im April 2024 vom Haus der Geschichte Österreich (hdgö) gemeinsam mit dem Sozialministerium gestartet wurde.
Ziel des Projekts ist es, die Geschichte und Perspektiven von Menschen mit Behinderungen dauerhaft im kulturellen Erbe Österreichs zu verankern.
Eröffnung und Ausblick
Eröffnet wurde der Aktionstag von der Direktorin des hdgö, Monika Sommer. Sie verwies auf das große Interesse an der Veranstaltung und kündigte an, dass eine Wiederholung im Jahr 2026 geprüft werde. Dabei werde auch über eine Ausweitung auf mehrere Tage oder eine Aktionswoche nachgedacht.
Geschichte von Selbstbestimmung im Fokus
Der Disability History Aktions-Tag widmete sich der Geschichte von Menschen mit Behinderungen und ihrem Einsatz für Selbstbestimmung und Menschenrechte in Vergangenheit und Gegenwart, erläuterte Kuratorin Vanessa Tautter vom Haus der Geschichte.
Ziel war es, diese historischen Perspektiven als Bestandteil der österreichischen Zeitgeschichte sichtbar zu machen.
Neue Objekte in der Hauptausstellung
Im Rahmen des Aktionstags wurden in der Hauptausstellung des Museums neue Objekte präsentiert, die sich mit den Lebensrealitäten, politischen Kämpfen und dem Engagement von Menschen mit Behinderungen befassen.
An sechs Stationen der Ausstellung fanden Kurzvorträge zu den neu gezeigten Objekten statt, die von unterschiedlichen Expert:innen und Aktivist:innen gehalten wurden.
Vanessa Tautter gab – stellvertretend für Volker Schönwiese – einen Einblick in die Behindertenbewegung zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg.
Nann M. Karner beleuchtete die Bedeutung von Erinnerungsorten in Braunau und Hartheim für Menschen mit Behinderungen.
Heidemarie Egger stellte die Zusammenarbeit von Menschen mit Behinderungen auf europäischer Ebene vor.
Julia Golser setzte sich in einer Videobotschaft kritisch mit Charity-Aktionen auseinander und betonte die Forderung nach Rechten statt Mitleid; vor Ort beantwortete Bernadette Feuerstein Fragen dazu.
Anna Magdalena Weiss teilte biografische Erfahrungen aus ihrer Kindheit und Jugend.
Maria Schwarr und Rita Harrer thematisierten die Rechte von Frauen mit Behinderungen.
Dauerhafte Erweiterung der Ausstellung
Die präsentierten Objekte bleiben nun dauerhaft Bestandteil der Hauptausstellung. Der Disability History Aktions-Tag stellte damit den formellen Auftakt für diese inhaltlichen Ergänzungen dar, erklärte Kurator:in Vanessa Tautter gegenüber BIZEPS.
Web-Ausstellung und Projektverlängerung
Begleitend zum damaligen Sammlungsaufruf wurde die Web-Ausstellung „Selbst bestimmt!“ umgesetzt, die persönliche Geschichten und Errungenschaften von Menschen mit Behinderungen dokumentiert und online zugänglich macht.
„Wir haben mehr als 400 Objekte angeboten bekommen, die wir derzeit noch abarbeiten. Alle angenommenen Objekte werden Teil der Österreichischen Bundessammlungen und stehen dann unter Denkmalschutz“, wird BIZEPS von Vanessa Tautter informiert.
Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde am 3. Dezember 2025 bekannt gegeben, dass das Disability History Project bis Ende 2027 verlängert wird.
Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einer Lesung: „Vergangenheit lesen – Freiheit spürbar machen“ mit Texten der Literatur-Bootschaft Ohrenschmaus.
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