Diskriminierungsmilliarde

Eine Milliarde Schilling hat der Umbau und die Renovierung des alten AKH zum Uni-Campus dem Bund gekostet.

1998 feierten das Ministerium und die Universitätsverwaltung bei der Eröffnung die gelungene Sanierung. Allerdings hat man es nicht für notwendig erachtet, den Campus für behinderte Menschen zugänglich zu machen. Und so finden sich jetzt überwiegend Türen mit Stufen oder zu hohen Türstaffeln, nicht erreichbare Türglocken, versperrte Aufzüge und versperrte Türen, weder Orientierungsschilder noch Druckknöpfe im Aufzug in Brailleschrift und auch keine Sprachausgabe.

Die davon am meisten betroffenen behinderten StudentInnen sind empört über diese unerträgliche Situation, die beiden Behindertenbeauftragten müssen diesem Treiben mit ohnmächtiger Wut zusehen, denn sie haben keinerlei Kompetenzen, und die Verantwortlichen in der Universität zeigen sich ahnungslos und uninformiert. Und wieder wurden Steuergelder für die Aussonderung behinderter Menschen verwendet.

Es ist zu befürchten, daß viele dieser Diskriminierungen sogar gesetzeskonform sind, da die Wiener Bauordnung so rückständig und veraltet ist, daß sie derartige Vorgangsweisen deckt. Den ersten Schritt zur positiven Wende getan haben die Grünen Bezirksräte im Alsergund: Michael Landesmann hat einen Antrag eingebracht, in dem die zuständigen Dienststellen der Universität Wien und des Bildungsministeriums ersucht werden, den Campus behindertengerecht umzugestalten. Der Antrag ist von allen Fraktionen beschlossen worden.

BIZEPS wird prüfen, ob diese Situation möglicherweise gegen den Artikel 7 des Bundes-Verfassungsgesetzes verstößt, in dem bekanntlich der Bund und die Länder aufgefordert werden, die Gleichbehandlung von behinderten Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten.

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