Behinderte Frau arbeitet im Restaurant

Durch Abtreibung Menschen mit Down-Syndrom „verhindern“?

Die Diskussion, um "wertes" und "unwertes" Leben ist leider selbst im Gedenkjahr unverändert aktuell.

Beängstigend unreflektiert berichtet zum Beispiel die Wiener Zeitung am 12. November 2005 über das Down-Syndrom als „schwerer Erbkrankheit“, die Dank (?) eines neuen Bluttests während der Schwangerschaft früher erkannt werden könne.

„Bisher konnte das Down-Syndrom erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat festgestellt werden“, wird im Artikel behauptet. Die Studienautorin, Fergal D. Malone, spricht von einer „guten Sache“ für Frauen, denn „Die Untersuchung von Frauen noch vor dem zweiten Schwangerschaftsdrittel würde denjenigen, die sich im Falle eines positiven Befundes zur Abtreibung entschließen, eine sicherere und weniger traumatische Beendigung der Schwangerschaft ermöglichen.“

In einer ersten Reaktion zeigt sich die „Lebenshilfe Wien“ bestürzt über das „weitere Schreckensbild von Menschen mit Down-Syndrom“, das dieser Beitrag zeichnet.

Durch Schreckensbilder wie dieses und fehlende sozialpolitische Solidarität „brechen Schwangere mit Diagnose Down-Syndrom heute zu über 95 % ihre Schwangerschaft ab.“, informiert Susanne Haslinger von der „Lebenshilfe Wien“ und stellt richtig, „Down-Syndrom kann bereits mit dem First-Trimester-Screening, der Nackenfaltenmessung mit großer Sicherheit im ersten Schwangerschaftsdrittel diagnostiziert werden.“

Sie fasst die Position der Lebenshilfe so zusammen: „Ob das ‚eine gute Sache für Frauen’, geschweige denn für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen als auch für die gesellschaftliche Prägung im Umgang mit dem Nicht-Perfekten ist, stellen wir sehr in Frage.“

Ihren abschließenden Appel für eine umfassendere, kritischere Berichterstattung kann man nur unterstützen, denn es ist wirklich schockierend, dass hier nur den Befürwortern der Abtreibung von behinderten Menschen Gehör verschafft wird.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • Ich habe vor vier Jahren abgetrieben und habe jetzt einen Sohn mit Down-Syndrom. Ist es weil ich abgetrieben habe oder weil ich früher mal koks gezogen und viel Alkohol getrunken habe?

  • Liebe Frau Heike, der Druck und die Not, die Sie im Posting schildern, kann ich nachfühlen. Die Belastung und Verunsicherung durch solche Untersuchungen ist unmenschlich. Lassen Sie sich nicht wegen dieser Diagnose so unter Druck setzen. Ihr Kind braucht Sie, egal wie perfekt oder „nonperfekt“ es sein wird. Bitte nehmen Sie Kontakt mit Mütter/Eltern auf, die ein Kind mit Downsyndrom liebevoll angenommen haben und sehr glücklich mit ihm leben. Weiteres per Mail.

  • ich bin schockiert und immer noch psychisch sehr fertig. Bin jetzt in der 13 SSW und mein kleines Mädchen ist sehr krank. Ich erfuhr bei der Nackenfaltenuntersuchung diese Woche, dass mein Kind nicht nur das Down-Syndrom hat sondern auch noch ein sehr schwerwiegender Herzfehler. Die Chancen zum überleben sind sehr schlecht.

    Ich bin 38 Jahre alt und fühle mich nicht in der Lage zu sehen, wie mein Kind, leiden muss, oder vielleicht in meinen Armen stirbt. Als Mutter fühle ich mich jetzt schon dazu verpflichtet zu reagieren und möchte mein Kind vor Schmerzen schützen. Ich habe mich nach reifer Überlegung und vielen Gesprächen dazu entschlossen Morgen ins KH zu gehen. Ich bin sehr traurig, fühle mich sehr leer und ich weiss nicht wie lange ich brauchen werde bis ich wieder die Fröhliche war, die ich gewesen bin.

    Ich möchte nicht, dass irgend jemand auf dieser Welt von mir denkt, dass ich eine Mörderin bin. Eine Mörderin fühlt kein SCHMERZ und ist EISKALT.

    Mein Kind liebe ich über alles. Ich werde es immer lieben, mein ganzes Leben lang, nur möchte ich nicht, dass es leidet oder Schmerzen hat. Das ist für mich sehr wichtig. Wir werden dem kleinen Mädchen auch einen Namen geben und es auch begraben. So habe ich einen Ort, wo ich die Kleine besuchen kann. Das ist für mich sehr wichtig. Sollte ich jemals wieder Kinder kriegen können oder wollen, werden wir den Geschwistern mitteilen, dass es noch ein Geschwisterchen hat. Die Kleine wird immer in meinem Herzen sein. Für alle die ein bisschen human sind, bitte ich Euch für die Kleine zu beten. DANKE!!!

  • Diese Beiträge hier machen mich sehr traurig. Ich hatte meine Ausschabung in der 13. SSW, das Down Syndrom wurde per Chorionzottenbiopsie diagnostiziert. Es gab keinen Arzt mit gezücktem Terminkalender. Es gab Beratung bei der Diakonie, ein Gespräch mit einem Kinderarzt und die Beratung war so neutral wie möglich.
    Wir haben die Entscheidung so getroffen, weil wir uns der Aufgabe nicht gewachsten fühlten, ein behindertes Kind ganz bewusst zu bekommen und nicht zu wissen, was aus ihm werden soll oder wie schlimm die Behinderung am Ende sein würde. Diese Entscheidung war weder leicht noch leichtfertig und es geht mir danach auch nicht gut.
    Hier zu lesen, dass ich eine kaltblütige Mörderin bin, das treibt mir die Tränen in die Augen. Ich hätte mein komplettes bisheriges Leben aufgeben müssen, da ich eine 1 Personen Firma habe, die unter einer solchen Belastung nicht aufrechterhalten hätte werden können.
    Ich wäre in die totale Abhängigkeit von meinem Mann gerutscht, was ich noch nie wollte … und er sagte mir unter Tränen, dass er dies nicht packen kann … Am Ende wäre ich wohl mit meinem kranken Kind allein gewesen.
    Es wäre böse, den „Mörder“ Rufern zu sagen, sie sollten erst mal in diese Situation kommen. Ich wünsche diese Entscheidung nicht mal meinem schlimmsten Feind. Es gibt kein „Richtig“ in dieser Situation. Nur den Versuch, es so zu lösen, dass man nicht daran zerbricht. Und wie diese Lösung aussieht, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

  • Dieser Artikel verwirrt mich. In einem anderen habe ich nämlich gelesen, dass das Down-syndrom keine Erbkrankheit ist, doch in diesem las ich, das es sogar eine schwere Erbkrankheit ist. Ich bitte um Aufklärung, da ich mich sehr für das Thema interessiere! Mfg Claudia

  • Ich habe 1992 einen Sohn mit Down-Syndrom geboren. Ich habe mich daraufhin in einigen Kliniken mit prenataler Diagnostik angeboten, mit Eltern zu sprechen, die ein Kind mit Down-Syndrom erwarten. Noch nicht einmal hat man diese Hilfe in Anspruch genommen. Immer wieder höre ich jedoch, wie furchtbar ein Kind mit DS und das Leben mit ihm dargestellt wird. Natürlich können diese Kinder viele Krankheiten bekommen oder bei der Geburt schon haben, aber welches Kind trägt nicht das Risiko, einmal schwer krank zu werden; z. B. nach einem Unfall. Würde dann irgend jemand sein Kind abgeben oder gar töten lassen, nur weil es nicht mehr in unser „Leben“ passt!? Natürich ist ein behindertes Kind nicht einfach, aber welches Kind ist das schon?
    Die Mediziner sind gefragt: Ausbildung der Ärtzte und bessere Aufklärung

  • Ich bin entsetzt, darüber, was hier passiert. Sowohl in der einen als auch in der anderen Richtung.
    Wir sollten endlich aufhören, Frauen zu beschuldeigen und sie als Mörderinnen hinzustellen. Die Medizin hat hier eine Lawine losgetreten, die offenbar nicht mehr zu stoppen ist. Sie ist es, die dafür die Verantwortung trägt, dass Frauen geradezu gezwungen werden, sich gegen ihre angeblich behinderten Kinder zu entscheiden. Die Medizin hat dafür gesorgt, dass es wieder salonfähig ist über „wertes“ und und „unwertes“ Leben zu reden. Dass sollte endlich klar gesagt werden. Und da die Forschung und vor allem die Fortpflanzungsmedizin fast auschließlich in männlicher Hand liegt, sollte frau vielleicht zur Abwechslung mal über die „Herren der Schöpfung“ herziehen.

  • Das ist ein typischer Beitrag von Menschen, die das Bewusstsein, was Sprache anrichten kann, verloren haben. Durch die Darstellung eines Kindes mit Down – Syndrom als *Grauenszenario* implizieren sie der werdenden Mutter negative Bilder. Die Frauen werden verängstigt, anstatt gestärkt und über Hilfen und Informationszentren aufgeklärt. Dennoch hat meiner Meinung nach niemand das Recht, bereits bestehendes Leben (wenn auch im Mutterleib) zu zerstören. Ob sogenanntes *behindertes* Leben oder nicht behindertes Leben, Mord bleibt Mord! In dieser Frage sind die bestehenden Gesetze und das Denken und Handeln eines Teiles der Bevölkerung leider ganz nah am Nationalsozialismus!

  • Ein grund irrtum ist schon einmal, dass den frauen die diversen untersuchungen als therapie verkauft werden: also schön alles checken lassen, dann kann nix passieren. Und nicht: dann weiß frau besser, woran sie ist, dann muß sie eine schwere entscheidung treffen, dann kann sie sich auf das ev. „andere“ kind einstellen etc. Beratung tut hier dringend not – und nicht sofort den abtreibungstermin anhängen. Übrigens für alle, die glauben, die pränatalen untersuchungen sind nur ein segen für die schwangeren (und nicht eine spielwiese für die götter-in-weiß): die allermeisten behinderungen entstehen während oder nach der geburt – durch welche herzspritze könnte man denn DIE „frauenfreundlich“ verhindern?

  • Es greift absolut zu kurz bei diesem Thema alle Verantwortung (wie üblich) den Müttern aufzubürden. Welche Wahlmöglichkeit hat eine Frau, bei deren Kind Down-Syndrom festgestellt wurde, die Behinderung nur aus den vorweihnachtlichen Spenden-Keiler-Kampagnen kennt und einem Arzt oder einer Ärztin gegenübersitzt, die bereits den Terminkalender in der Hand hat, um den Abtreibungstermin festzulegen? Und eine Frau, die sich für ihr behindertes Kind entscheidet braucht unvorstellbar viel Kraft, um den Druck und die Vorwürfe ihrer Umwelt auszuhalten. Was wir brauchen ist eine andere Form der Beratung: Kontakt mit Eltern behinderter Kinder in der Entscheidungssituation. Vor allem aber müssen wir gegen den Perfektionswahn klar auftreten und an einem anderen Klima für alle, die nicht der Werbespot-Norm entsprechen arbeiten. Und das erreichen wir sicher nicht mit Schuldzuweisungen.

  • Es ist ein wahnsinn, dass man zu sowas fähig ist eine Diagnose geben zu lassen wegen „Down-Syndrom. Und dann das Kind abzutreiben. Ich finde das ist brutal Mord. Den was kann bloß so ein unschuldiges kleiner Menschlein dafür. Eigentlich gar nichts meiner ansicht. Die Abtreibung ist in diesem fall nicht das beste für die Frau.

  • Ich möchte eine Lanze für all die Frauen brechen, die sich für eine Abtreibung entscheiden. Es gibt immer 2 Seiten einer Situation und einfach mit erhobenen Zeigefinger wedeln und die Frauen zu verurteilen, nur weils sie anders entscheiden, ist intolerant, ignorant und ebenfalls rassistisch. Vielleicht wäre es nötig mal diesen Frauen zuzuhören, anstatt sie zu verurteilen. Und mal ehrlich: Welche Mutter wünscht sich nicht ein gesundes Kind!

  • Von meinen acht Kindern hatten zwei zu große Köpfe, vier zu kleine, eins angeblich offenen Rücken und eines Nackenfalten. Ich habe nie meine Kinder mit Nabelschnur auf „Defekte“ hin untersuchen lassen – damit die „Ärzte“ die Kinder dann in den Müll entsorgen. Bei allen Kindern wurde mir dringend geraten, die „Schwangerschaft zu unterbrechen“ – was man hier unterbrechen sollte. sind die Nazigesetze die wohl auch nach 1945 hier immer noch gelten. Der „Fötus“ ist lebenswert und der „Fötus“ kriegt eine Todesspritze (mitten ins Herz.) – das ist nationalsozalistisch verträgliches Abtreiben und Frühableben!!!