Ecuador: Moreno gewinnt Wahl und dank ORF auch seine Freiheit

Am 19. Februar 2017 fand in Ecuador die Präsidentschaftswahl statt. Ein Kommentar.

Zwei Screenshots von ORF.at
ORF

Der ORF berichtete im Artikel „Ende der Ära Correa“ von diesen Wahlen und informierte, dass damit der Nachfolger für Präsident Rafael Correa gefunden werden soll. Einer der acht Kandidaten ist Lenin Voltaire Moreno.

Über ihn schreibt der ORF am 19. Februar 2017:

Seit einem Raubüberfall vor fast zwanzig Jahren ist er an den Rollstuhl gefesselt  …

Das ist eigentlich außerordentlich verwunderlich. Moreno ist nicht nur vor 20 Jahren Opfer eines Überfalls geworden, nein er wurde auch seither nicht mehr befreit – und alle wissen anscheinend davon.

Aber der ORF kann sogar am Tag darauf mit der nächsten Sensationsmeldung aufwarten.

Der linke Regierungskandidat Lenin Moreno hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Ecuador deutlich gewonnen, muss aber wohl in eine Stichwahl.

Doch der öffentliche rechtliche Sender ORF legt noch nach. Er befreit daraufhin Moreno von seinen Fesseln und ändert den Artikel vom 19. Februar auf:

Seit einem Raubüberfall vor fast zwanzig Jahren ist er auf einen Rollstuhl angewiesen … 

Wahrscheinlich atmet nun ganz Ecuador auf.

So lustig ist das nicht?

Sie haben recht. Nein, es ist nicht lustig, Jahr für Jahr den Medien zu erklären, dass Menschen nicht an den Rollstuhl gefesselt sind. Aber wir geben nicht auf, bis der letzte losgebunden wird.

Hier mein Hinweis an den ORF, der schlussendlich aufgegriffen wurde.

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Ein Kommentar

  • Gratuliere, Martin! Du bist ein echter Entfesselungskünstler :-)